Stahlkronen
Synonyme: Konfektionierte Krone · Stainless Steel Crown · Kinderkrone
Stahlkronen sind vorgefertigte Metallkronen, die nach geringer Präparation auf zerstörte Milchmolaren zementiert werden. Sie umfassen den Zahn zirkulär und bieten dadurch einen bakteriendichten Verschluss, der plastischen Füllungen bei ausgedehnten Defekten deutlich überlegen ist. Eine kunststoffverblendete Variante steht für den Frontzahnbereich zur Verfügung.
- Die Stahlkrone zeigt im Milchgebiss signifikant niedrigere Misserfolgsraten als mehrflächige plastische Füllungen.
- Nach jeder Pulpotomie gilt die Krone als Standardversorgung, um Reinfektion über Randspalten zu vermeiden.
- Die Präparation ist substanzschonend und beschränkt sich im Wesentlichen auf approximale Separation und okklusale Reduktion.
- Bei der Hall-Technik wird die Krone ohne Präparation und ohne Kariesexkavation aufgesetzt, um die Karies zu versiegeln.
- Verweildauer
- bis zum physiologischen Zahnwechsel
- Typische Indikationsschwelle
- ab 3 betroffenen Flächen oder nach Pulpotomie
Indiziert bei mehrflächigen Defekten, nach Pulpotomie sowie bei Strukturstörungen wie MIH. Die Krone verbleibt bis zum physiologischen Zahnwechsel und exfoliiert mit dem Milchzahn.
- Kompositfüllung
Ästhetischer, aber bei mehrflächigen Milchzahndefekten mit deutlich höherer Versagensrate.
- Gegossene Krone
Individuell im Labor gefertigt und für bleibende Zähne gedacht; beim Milchzahn unwirtschaftlich.
- Zu geringe approximale Separation verhindert das vollständige Aufsitzen der Krone und erzeugt einen Vorkontakt.
- Überstehende Kronenränder führen zu chronischer Gingivitis im Kronenrandbereich.
- Ablehnung durch Eltern aus ästhetischen Gründen, ohne dass die deutlich bessere Prognose kommuniziert wurde.
Je mehr Flächen zerstört sind, desto klarer ist die Krone der Füllung überlegen – ab drei Flächen gilt sie als Mittel der Wahl.
Medien werden gesucht …
Füllungen, konfektionierte Kronen und Pulpatherapie.