Milchzahnpulpotomie
Synonyme: Vitalamputation · Pulpotomie am Milchzahn
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
- Voraussetzung ist eine vitale, blutstillbare Wurzelpulpa; persistierende Blutung spricht für eine irreversible Entzündung.
- Als Medikamente kommen unter anderem Eisensulfat sowie Kalziumsilikatzemente wie MTA zum Einsatz.
- Der Erfolg hängt maßgeblich vom bakteriendichten Verschluss ab, weshalb die Stahlkrone der Füllung überlegen ist.
- Bei Fistel, Abszess, pathologischer Beweglichkeit oder interradikulärer Aufhellung ist die Pulpotomie kontraindiziert.
- Erwartete Blutstillungszeit
- wenige Minuten unter feuchtem Wattepellet
- Ziel des Zahnerhalts
- bis zum physiologischen Exfoliationszeitpunkt
Indiziert bei kariöser Pulpaeröffnung ohne Zeichen einer irreversiblen Entzündung der Wurzelpulpa. Nach der Pulpotomie ist eine dichte, stabile Deckversorgung – meist eine konfektionierte Stahlkrone – für den Langzeiterfolg entscheidend.
- Pulpektomie
Vollständige Entfernung auch der Wurzelpulpa bei irreversibler Entzündung oder Nekrose.
- Indirekte Überkappung
Pulpa bleibt geschlossen; es wird lediglich kariesnahes Dentin belassen und abgedeckt.
- Durchführung trotz Spontanschmerz oder Aufbissempfindlichkeit, obwohl diese auf eine irreversible Pulpitis hinweisen.
- Übersehen einer interradikulären Aufhellung im Röntgenbild, die beim Milchzahn statt apikal typischerweise im Furkationsbereich auftritt.
- Provisorische oder plastische Deckversorgung statt Krone, was zu Randundichtigkeit und Reinfektion führt.
Der Milchzahn wird nicht um seiner selbst willen erhalten, sondern als Platzhalter für den bleibenden Nachfolger.
Medien werden gesucht …
Füllungen, konfektionierte Kronen und Pulpatherapie.