Pulpektomie im Milchgebiss
Synonyme: Milchzahnwurzelbehandlung · Vitalexstirpation am Milchzahn
Die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung von Kronen- und Wurzelpulpa eines Milchzahns mit anschließender Wurzelfüllung. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Entzündung über die Kronenpulpa hinausreicht oder bereits eine Nekrose vorliegt, der Zahn aber als Platzhalter erhalten werden soll. Voraussetzung ist ein noch ausreichend erhaltener Wurzelanteil ohne fortgeschrittene Resorption.
- Es werden ausschließlich resorbierbare Wurzelfüllpasten verwendet, niemals Guttapercha.
- Bei mehr als etwa einem Drittel physiologischer Wurzelresorption ist die Extraktion vorzuziehen.
- Die Pulpotomie belässt die Wurzelpulpa, die Pulpektomie entfernt sie vollständig.
- Nach Pulpektomie ist eine höckerfassende Versorgung obligat, da der Zahn frakturgefährdet ist.
- Grenze der Wurzelresorption für den Erhalt
- bis ca. 1/3 der Wurzellänge
- Gebräuchliche Füllpasten
- Zinkoxid-Eugenol, Calciumhydroxid-Jodoform
- Arbeitslänge
- ca. 1–2 mm vor dem radiologischen Apex
Gefüllt wird ausschließlich mit resorbierbaren Pasten, damit die Wurzelfüllung dem physiologischen Resorptionsvorgang folgen kann und den Nachfolger nicht behindert. Gebräuchlich sind Zinkoxid-Eugenol, Calciumhydroxid-Jodoform-Pasten oder Kombinationen. Der Zahn wird anschließend höckerfassend versorgt, meist mit einer konfektionierten Stahlkrone.
- Milchzahnpulpotomie
Entfernt nur die Kronenpulpa und erhält die vitale Wurzelpulpa.
- Apexifikation
Verfahren am bleibenden Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.
- Verwendung nicht resorbierbarer Materialien, die den Durchbruch des Nachfolgers stören.
- Überfüllung über den Apex mit Schädigung des darunterliegenden Keims.
- Erhaltungsversuch bei bereits weit fortgeschrittener Resorption oder Furkationsaufhellung.
Im Milchgebiss wird nur mit resorbierbarer Paste gefüllt – Guttapercha bliebe liegen und blockiert den Nachfolger.
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Füllungen, konfektionierte Kronen und Pulpatherapie.