Endodontische Revision
Synonyme: Revisionsbehandlung · Wurzelkanalrevision
Die endodontische Revision ist die erneute Behandlung eines bereits wurzelkanalbehandelten Zahnes bei Misserfolg oder Reinfektion. Ziel ist die vollständige Entfernung des alten Füllmaterials, die Beseitigung persisiterender Bakterien und das erneute Versiegeln.
- Die Hauptindikation für eine endodontische Revision ist das Fortbestehen oder das Neuauftreten einer apikalen Parodontitis an einem bereits wurzelkanalbehandelten Zahn.
- Enterococcus faecalis gilt als der primäre Kausalkeim persistierender intraradikulärer Infektionen bei Revisionsfällen.
- Die Entfernung von Guttapercha erfolgt bevorzugt rotierend mit speziellen Revisionsfeilen, thermisch oder unter Zuhilfenahme von Lösungsmitteln wie Eukalyptusöl.
- Vor Beginn der intraradikulären Revision muss die koronal adäquate Restauration und Dichtigkeit kritisch evaluiert werden.
- Als Einlagemedikament zwischen den Behandlungs-Sitzungen ist Calciumhydroxid zur Desinfektion für mindestens ein bis zwei Wochen Indikation der Wahl.
- Prävalenz von Enterococcus faecalis bei Revisionsfällen
- 30-90 %
- Mindesteinwirkzeit der Calciumhydroxid-Einlage
- 7-14 Tage
- Erfolgsquote orthograder Revisionen bei präexistenter apikaler Parodontitis
- ca. 70-80 %
Das alte Wurzelfüllmaterial wird mechanisch, thermisch oder mittels Solvenzien vollständig entfernt. Nach ausgiebiger chemo-mechanischer Aufbereitung und medikamentöser Einlage erfolgt die finale Neufüllung.
- Wurzelspitzenresektion
Chirurgische Kaptung der Wurzelspitze mit retrograder Füllung bei gescheiterter oder unmöglich durchführbarer orthograder Revision.
- Wurzelkanalpräparation
Erstmals durchgeführte chemo-mechanische Aufbereitung eines primär unbehandelten Wurzelkanalsystems.
- Das Übersehen zusätzlicher Kanalstrukturen als eigentliche Ursache des Primärbehandlungsmisserfolgs vor Beginn der Revision.
- Übermäßiger Einsatz von chemischen Lösungsmitteln, was zur Verschmierung aufgeweichter Guttapercha in den Dentintubuli führen kann.
- Iatrogene Stufenbildung oder Via falsa durch zu aggressives mechanisches Aufbereiten beim Entfernen des alten Wurzelfüllmaterials.
Revision bedeutet altes Material entfernen, Infektion beseitigen und neu versiegeln.
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- FolgeApikale Parodontitis
Persistierende oder sekundär aufgetretene apikale Parodontitis ist die Hauptindikation für die endodontische Revision.
- TherapieGuttapercha
Das vollständige Entfernen der alten Guttapercha-Wurzelfüllung ist die Voraussetzung für die erneute Desinfektion des Kanals.
- TherapieCalciumhydroxid
Wird als mehrsitzige medikamentöse Einlage genutzt, um resistentere Erreger wie E. faecalis vor der Neufüllung zu eliminieren.
- AbgrenzungWurzelspitzenresektion
Stellt die chirurgische Alternative oder Ergänzung dar, falls der orthograde Zugang blockiert ist oder eine orthograde Revision fehlschlägt.
- TherapieNatriumhypochlorit
Ist das primäre Spülmedikament zur Gewebeauflösung und chemischen Desinfektion während des Revisionsvorgangs.
Vorgehen bei Misserfolg: Revision, Wurzelspitzenresektion, retrograde Füllung.