Lokalanästhesie
Synonyme: Örtliche Betäubung · Lokalanästhetikum
Die Lokalanästhesie ist die reversibel ausgeschaltete Schmerzwahrnehmung in einem lokal begrenzten Areal ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Sie beruht auf der Blockade spannungsgesteuerter Natriumkanäle an den Nervenfasern durch Lokalanästhetika. Dadurch wird die Entstehung und Weiterleitung von Aktionspotenzialen unterbrochen.
- Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ wie Articain werden primär in der Leber sowie durch Plasmaesterasen abgebaut.
- Die Wirkungsweise beruht auf der reversiblen Blockade spannungsgesteuerter Natriumkanäle an der Innenseite der Nervenmembran.
- Im entzündeten Gewebe mit abgesenktem pH-Wert ist die Anästhesiewirkung vermindert, da weniger ungeladene, membranpermeable Wirkstoffmoleküle vorliegen.
- Vor jeder Injektion ist eine Aspiration in zwei Ebenen obligatorisch zur Vermeidung intravasaler Applikationen.
- Der Zusatz eines Vasokonstriktors wie Adrenalin verlängert die Wirkdauer, reduziert die lokale Blutungsneigung und senkt die Toxizität.
- Maximaldosis Articain (Erwachsene)
- 7,0 mg/kg Körpergewicht
- Adrenalin-Höchstdosis bei kardialen Risikopatienten
- 0,04 mg
- Standardkonzentration von Articain-Lösungen
- 4 %
- Übliches Adrenalin-Mischungsverhältnis (Standard)
- 1:100.000 bis 1:200.000
Die Wahl des Anästhetikums (z. B. Articain mit Adrenalin) richtet sich nach Eingriffsdauer, Blutungsneigung und systemischen Vorerkrankungen. Wesentliche Techniken im UK sind die Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior, im OK die Infiltrationsanästhesie. Aspirationsproben vor Injektion sind obligat zur Vermeidung intravasaler Applikationen.
- Analgesie
Reine Aufhebung der Schmerzempfindung bei weitgehend erhaltener Berührungs- und Drucksensibilität im Gegensatz zur vollständigen Anästhesie.
- Narkose
Reversible Ausschaltung des Schmerzempfindens und aller zentralen Nervenfunktionen unter vollständigem Bewusstseinsverlust.
- Sedierung
Zentrale Dämpfung zur Angst- und Spannungslösung ohne eigenständige schmerzausschaltende Wirkung.
- Verwechslung von intravasaler Injektionswirkung (Tachykardie, Tremor) mit einer echten allergischen Reaktion auf das Lokalanästhetikum.
- Direkte Injektion in ein infiziertes Abszessareal statt Durchführen einer Leitungsanästhesie oder Infiltration im Gesunden.
- Überschreiten der maximalen Adrenalin-Dosis bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen.
Erst aspirieren, dann injizieren – Schmerzblockade garantiert!
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- TherapieArticain
Standard-Lokalanästhetikum vom Amid-Typ in der zahnärztlichen Praxis.
- VoraussetzungAdrenalin
Dient als Vasokonstriktor zur Verlängerung der Wirkdauer und Reduktion der systemischen Resorption.
- DiagnostikNervus alveolaris inferior
Zielstruktur für die klassische Leitungsanästhesie im Unterkiefer.
- FolgePulpitis irreversibilis
Führt durch Gewebsazidose und Hyperalgesie häufig zu einer erschwerten Anästhesierbarkeit.
Injektionstechniken, Anatomie und Komplikationen.