ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Lokalanästhetika

Articain

Synonyme: Ultracain · Carticain

Definition

Articain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit einer zusätzlichen Estergruppe, das rasch durch Plasmaesterasen inaktiviert wird. Es zeichnet sich durch eine hohe Plasmaproteinbindung sowie eine hervorragende Gewebegängigkeit aus. In der Zahnmedizin ist es der Wirkstoff der ersten Wahl für Infiltrations- und Leitungsanästhesien.

Prüfungsfokus
  • Articain besitzt als Besonderheit sowohl eine Säureamid- als auch eine Esterstruktur.
  • Durch die schnelle Spaltung der Esterbindung durch Plasmaesterasen hat Articain eine kurze Plasmahalbwertszeit von ca. 20 bis 30 Minuten.
  • Die hohe Plasmaproteinbindung von etwa 95 Prozent senkt das Risiko einer systemischen Toxizität erheblich.
  • Standardmäßig wird Articain 4-prozentig mit Adrenalinzusatz für Infiltrations- und Leitungsanästhesien eingesetzt.
  • Bei Leitungsanästhesien des Nervus alveolaris inferior wird wegen des potenziell erhöhten Parästhesierisikos eine strenge Indikationsstellung empfohlen.
Zahlen & Werte
Maximale Dosis (Erwachsene)
7 mg/kg Körpergewicht
Plasmahalbwertszeit
20-30 Minuten
Plasmaproteinbindung
ca. 95 %
Wirkstoffkonzentration
4 %
Klinische Relevanz

Wegen der schnellen Metabolisierung besitzt Articain ein geringes systemisches Toxizitätsrisiko und eine kurze Plasmahalbwertszeit. Bei Kindern unter 4 Jahren sowie bei peripheren Leitungsanästhesien nahe des Nervus alveolaris inferior ist die Indikation zur Vermeidung von Nervschäden sorgfältig zu prüfen.

Abgrenzung
  • Lidocain

    Lidocain ist ein reines Säureamid ohne Esterstruktur, das ausschließlich hepatisch abgebaut wird und eine längere Plasmahalbwertszeit aufweist.

  • Mepivacain

    Mepivacain ist ein reines Säureamid mit geringer vasodilatorischer Eigenwirkung, das auch ohne Vasokonstriktorzusatz eingesetzt werden kann.

  • Bupivacain

    Bupivacain zeichnet sich durch eine wesentlich längere Wirkdauer und höhere Kardiotoxizität aus und wird nicht für Standardinfiltrationsanästhesien genutzt.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung der maximalen Dosis von Articain (7 mg/kg) mit der von anderen Säureamiden wie Lidocain.
  • Annahme, der Abbau erfolge wie bei reinen Säureamiden ausschließlich hepatisch statt primär im Blutplasma.
  • Vernachlässigung der relativen Kontraindikationen des zugesetzten Adrenalins bei kardiovaskulären Risikopatienten.
Merksatz

Articain wirkt lokal sehr fein und wird durch Ester rasch wieder klein.

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Zusammenhänge
Teil von: Lokalanästhetika

Wirkstoffe, Vasokonstriktoren und Höchstdosen.