ZahnLexikon
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Chirurgie – Spezialfälle
geprüft
Odontogene Infektionen und Osteonekrose

Osteonekrose des Kiefers (MRONJ)

Synonyme: MRONJ · Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrose · BPONJ · Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrose

Definition

Die Medikamenten-assoziierte Osteonekrose des Kiefers (MRONJ) ist eine schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkung von Antiresorptiva (z. B. Bisphosphonate, Denosumab) und Antiangiogenese-Hemmern. Sie ist charakterisiert durch freiliegenden Knochen oder über eine Fistel sondierbaren Knochen im Maxillofazialbereich, der länger als 8 Wochen besteht. Voraussetzung für die Diagnose ist das Fehlen einer vorherigen Strahlentherapie im Kieferbereich.

Prüfungsfokus
  • Definition erfordert Knochenexposition > 8 Wochen ohne vorausgegangene Bestrahlung.
  • Höheres Risiko bei intravenöser Bisphosphonatgabe (Onkologie) als bei oraler Gabe (Osteoporose).
  • Denosumab hat im Gegensatz zu Bisphosphonaten keine Knochenspeicherung; Risiko sinkt nach Absetzen schneller.
  • Chirurgische Prophylaxe: Primär plastischer Wundverschluss nach Extraktionen zwingend erforderlich.
Zahlen & Werte
Diagnostische Zeitgrenze
8 Wochen freiliegender Knochen
Risiko IV vs. oral
Onkologisch (IV) ca. 1-10%, Osteoporose (oral) ca. 0,01-0,1%
Klinische Relevanz

Vor Beginn einer Antiresorptivatherapie muss zwingend eine zahnärztliche Sanierung erfolgen. Eingriffe unter laufender Medikation erfordern plastischen Wundverschluss, perioperative Antibiotikaprophylaxe und Abkanten scharfer Knochenkanten.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Verwechslung mit Osteoradionekrose (ORN hat Bestrahlung in der Anamnese).
  • Unterlassen der präventiven Zahnsanierung vor Antiresorptiva-Start.
Merksatz

Acht Wochen freier Knochen ohne Bestrahlung plus Antiresorptiva gleich MRONJ!

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Odontogene Infektionen und Osteonekrose

Logenabszesse und medikamentenassoziierte Kiefernekrose.