Rehrmann-Lappen
Synonyme: Rehrmann-Plastik · Buccaler Verschiebelappen
Der Rehrmann-Lappen ist ein mucoperiostaler Verschiebelappen mit Periostschlitzung zur Deckung einer Mund-Antrum-Verbindung (MAV) im Oberkiefer. Durch das Einkerben des Periosts an der Lappenbasis wird die Elastizität des Gewebes erhöht, um einen spannungsfreien Wundverschluss zu ermöglichen. Er gehört zu den Standardverfahren der orofazialen Plastischen Chirurgie.
- Der Rehrmann-Lappen ist ein bukkaler mucoperiostaler Verschiebelappen zum plastischen Verschluss einer frischen Mund-Antrum-Verbindung (MAV).
- Die Periostschlitzung an der Lappenbasis ist die entscheidende Maßnahme, um die Elastizität des Lappens zu erhöhen und einen spannungsfreien Wundverschluss zu garantieren.
- Eine wesentliche Spätfolge der Technik ist die Abflachung des bukkalen Vestibulums im Eingriffsbereich.
- Vor Durchführung der Lappenplastik muss eine Sinusitis maxillaris klinisch und radiologisch ausgeschlossen oder zuvor ausbehandelt werden.
- Postoperativ ist ein striktes Schnäuzverbot einzuhalten, um ein Durchblasen durch die Wunde bei Unterdruck/Überdruck zu verhindern.
- Optimales Zeitfenster für den primären MAV-Verschluss
- < 24 Stunden
- Dauer des postoperativen Schnäuzverbots
- 10-14 Tage
- Zeitpunkt der Nahtentfernung postoperativ
- 10-14 Tage
Wird typischerweise nach Zahnextraktionen im Molarenbereich des Oberkievers angewendet, wenn eine MAV nachgewiesen wurde (z. B. mittels Nasenblaseversuch). Nach Abpräparieren und Periostschlitzung wird der Lappen coronale geschoben und speicheldicht über dem Defekt vernäht. Postoperativ sind schneuzenfreie Wundheilung und physikalische Schonung essenziell.
- Palatinaler Rotationslappen
Nutzt gut durchblutetes Gewebe des Gaumens und schont das Vestibulum, ist jedoch technisch anspruchsvoller und hinterlässt eine sekundär heilende Gaumenwunde.
- Bichat-Fettpfropf
Verwendet den bukkalen Fettkörper zur Deckung großer oder rezidivierender Defekte, während der Rehrmann-Lappen primär bei kleineren, frischen MAV-Defekten eingesetzt wird.
- Verschluss unter Gewebespannung wegen unzureichender Periostschlitzung, was regelmäßig zu Lappendehiszenz und Rezidiv der MAV führt.
- Plastische Deckung bei bestehender akuter oder chronischer Kieferhöhlenentzündung ohne vorherige Sanierung der Sinusitis.
- Versäumnis der postoperativen Aufklärung bezüglich Verbot von Schnäuzen, Niesen bei geschlossenem Mund und Blasinstrumenten.
Rehrmann schlitzt das Periost, damit die MAV spannungsfrei schließt.
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- VoraussetzungMund-Antrum-Verbindung
Die MAV stellt die Hauptindikation für die Anfertigung eines Rehrmann-Lappens dar.
- VoraussetzungPlastische Chirurgie
Ohne die Periostschlitzung an der Lappenbasis lässt sich der mucoperiostale Verschiebelappen nicht spannungsfrei über den Defekt bewegen.
- FolgeSinusitis maxillaris
Eine unbehandelte MAV oder ein Versagen des Rehrmann-Lappens führt rasch zur odontogenen Sinusitis maxillaris.
- VerwandtSchneidersche Membran
Die Kontinuitätsunterbrechung der Schneiderschen Membran ist das anatomische Korrelat der zu deckenden Mund-Antrum-Verbindung.
Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.