ZahnLexikon
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Physiologie & Biochemie
geprüft
Kariologie und Schmelzchemie

pH-Wert und Stephan-Kurve

Synonyme: Stephan-Diagramm · Plaque-pH-Verlauf

Definition

Die Stephan-Kurve beschreibt den zeitlichen Verlauf des pH-Werts in der dentalen Plaque nach der Zufuhr von fermentierbaren Kohlenhydraten. Nach dem Glukosekontakt fällt der Plaque-pH innerhalb von 2 bis 5 Minuten rasch unter den kritischen Wert von 5,5 ab. Ursache ist die Verstoffwechselung der Zucker durch azidogene Bakterien zu organischen Säuren wie Milchsäure. Die Erholungsphase zurück zum Ruhe-pH dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten und wird maßgeblich von der Pufferkapazität des Speichels bestimmt.

Prüfungsfokus
  • Entwickelt von Robert Stephan im Jahr 1940.
  • Minimaler pH-Wert wird nach ca. 2-5 Minuten erreicht.
  • Rückkehr zum Ruhe-pH dauert etwa 30-60 Minuten.
  • Hauptsäureprodukt der anaeroben Glykolyse in Plaque ist L-Lactat.
  • Kritischer pH-Wert von 5,5 markiert die Schmelzdemineralisation.
Zahlen & Werte
Minimum pH erreicht nach
2-5 min
Regenerationsdauer pH
30-60 min
Kritischer Schmelz-pH
5,5
Klinische Relevanz

Die Frequenz der Kohlenhydrataufnahme ist klinisch relevanter für das Kariesrisiko als die absolute Zuckermenge, da jeder Snack eine erneute Stephan-Kurve auslöst. Bei Patienten mit Hyposialie ist die Regenerationsphase stark verlängert, was zu dauerhafter Demineralisation führt. Kaugummikauen nach der Mahlzeit stimuliert den Speichelfluss und beschleunigt den pH-Anstieg.

Abgrenzung
  • Plaque-pH

    Lokal im Biofilm gemessener pH-Wert, fällt deutlich tiefer als der Speichel-pH.

  • Speichel-pH

    Gesamtmund-pH, der durch hohes Puffervermögen rascher stabilisiert wird.

Typische Fallstricke
  • Glauben, dass die Gesamtmenge des Zuckers entscheidender ist als die Frequenz der Zufuhr.
  • Verwechseln des Plaque-pH-Abfalls mit dem Absinken des Speichel-pH-Werts (Plaque fällt wesentlich tiefer).
Merksatz

Kurzer Zucker, schneller Abfall, lange Pufferung im Speichelfall.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Kariologie und Schmelzchemie

De- und Remineralisation, pH-Verlauf und Kariogenität.