ZahnLexikon
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Endodontie
geprüft
Vitalerhaltung und Notfall

Pulpotomie

Synonyme: Vitalamputation · Koronale Pulpotomie

Definition

Die Pulpotomie ist ein vitalerhaltendes endodontisches Verfahren, bei dem die koronal infizierte oder entzündete Pulpa chirurgisch entfernt wird, während das radikuläre Pulpagewebe erhalten bleibt. Durch das Belassen der vitalen Wurzelpulpa soll das physiologische Längenwachstum und das Dickenwachstum der Wurzel abgeschlossen werden. Sie unterscheidet sich von der Vitalextirpation, bei der das gesamte Pulpagewebe entfernt wird.

Prüfungsfokus
  • Die Pulpotomie dient der chirurgischen Entfernung der koronalen Pulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa.
  • Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum ermöglicht der Erhalt der radikulären Pulpa eine physiologische Apexogenese.
  • Wichtigstes klinisches Entscheidungskriterium für den Erhalt der Restpulpa ist eine Beherrschbarkeit der Blutung innerhalb von wenigen Minuten.
  • Als Abdeckmaterialien gelten Mineral Trioxid Aggregat (MTA) und andere Biokeramiken aufgrund ihrer hohen Biokompatibilität als Goldstandard.
  • Ein umgehender, bakteiriendichter koronaler Verschluss ist essenziell für den dauerhaften Behandlungserfolg.
Zahlen & Werte
Maximale Blutstillungsdauer zur Indikationsbestätigung
2–5 Minuten
Empfohlene MTA-Schichtdicke über dem Pulpastumpf
1,5–2 mm
Erfolgsquote der partiellen Pulpotomie nach Cvek bei Traumata
> 90 %
Klinische Relevanz

Die Pulpotomie wird primär bei kariesbedingter Eröffnung der Pulpa an bleibenden Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum (Apexifikation) oder bei Milchmolaren angewendet. Nach Exzision der koronalen Pulpa und Blutstillung wird das Wundgewebe mit einem biokompatiblen Material wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Calciumhydroxid abgedeckt und dicht verschlossen. Regelmäßige klinische und röntgenologische Kontrollen sind erforderlich, um die Vitalität der restlichen Pulpa und das Wurzelwachstum zu überwachen.

Abgrenzung
  • Überkappung

    Bei der direkten Überkappung wird das Wundabdeckungsmaterial ohne vorherige Gewebeamputation direkt auf die punktförmig eröffnete Pulpa aufgetragen.

  • Pulpektomie

    Bei der Pulpektomie wird das gesamte Pulpagewebe (koronal und radikulär) vollständig extirpiert.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung von Apexogenese (Physiologisches Wurzelwachstum nach Vitalerhaltung) mit Apexifikation (Induktion einer apikalen Hartgewebsbarriere bei avitalem Zahn).
  • Durchführung einer Pulpotomie trotz unstillbarer Blutung, was auf eine irreversible Entzündung der radikulären Pulpa hinweist.
  • Unzureichender peripherer Verschluss der Kavität, wodurch Bakterien nachsickern und zur Pulpanekrose führen.
Merksatz

Krone abtragen, Wurzel bewahren – Pulpotomie schützt das Wachstum.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Vitalerhaltung und Notfall

Pulpaerhaltende Maßnahmen, Trauma und endodontische Zwischenfälle.