ZahnLexikon
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Zahnerhaltung
geprüft
Kavitätenpräparation

Überkappung

Synonyme: Pulpaschutz · Direct capping · Indirect capping

Definition

Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.

Prüfungsfokus
  • Die direkte Überkappung setzt eine mechanisch oder iatrogen punktförmig eröffnete, symptomfreie Pulpa mit kontrollierbarer Blutung voraus.
  • Tricalciumsilikatzemente wie MTA zeigen im Vergleich zu Calciumhydroxid eine höhere histologische Dentinbrückenqualität und bessere Erfolgsquoten.
  • Ein umgehender, bakteriendichter koronaler Verschluss ist essenziell für den langfristigen Vitalerhalt der Pulpa.
  • Bei persistierender Blutung nach Eröffnung der Pulpa ist die direkte Überkappung kontraindiziert.
  • Die indirekte Überkappung dient dem Pulpaschutz bei pulpanahem Dentin (Caries profunda) ohne klinische Exposition der Pulpa.
Zahlen & Werte
Maximal akzeptable Hämostasezeit bei direkter Überkappung
5 Minuten
pH-Wert von Calciumhydroxid-Präparaten
12 - 13
Kritische Restdentindicke für pulpatoxische Effekte
< 0,5 mm
Erfolgsquote von MTA bei iatogener Pulpaeröffnung
85 - 90 %
Klinische Relevanz

Als Goldstandard-Materialien gelten Mineral Trioxid Aggregat (MTA) sowie Calciumsilikatzemente oder Calciumhydroxid. Voraussetzung für die direkte Überkappung ist eine beschwerdefreie, scharf freigelegte Pulpa ohne klinische Anzeichen einer irreversiblen Entzündung.

Abgrenzung
  • Pulpotomie

    Bei der Pulpotomie wird der koronale Teil der Pulpa chirurgisch abgetragen, während bei der direkten Überkappung das exponierte Gewebe lediglich abgedeckt wird.

  • Pulpektomie

    Die Pulpektomie umfasst die vollständige Exzision des koronalen und radikulären Pulpagewebes im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung.

Typische Fallstricke
  • Überkappung einer Pulpa bei bereits bestehenden Symptomen einer Pulpitis irreversibilis oder fehlender Sensibilität.
  • Verzicht auf die Verwendung von Kofferdam, was zur Speichelkontamination und Reinfektion des Gewebes führt.
  • Verschluss der Kavität ohne sofortigen bakteriendichten Wundverschluss, wodurch Mikroleckagen zur Pulpanekrose führen.
Merksatz

MTA und Calciumhydroxid stimulieren die Tertiärdentinbildung.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Kavitätenpräparation

Präparationsregeln, Exkavation und Substanzschonung.