Schienenarten und ihre Indikationen
Synonyme: Aufbissschiene · Michigan-Schiene · Relaxierungsschiene · Repositionsschiene
Okklusionsschienen unterscheiden sich nach Ziel und Gestaltung. Die Stabilisierungs- oder Michigan-Schiene ist adjustiert, deckt die gesamte Zahnreihe ab und dient der muskulären Entspannung und dem Schutz vor Bruxismusfolgen. Repositionsschienen führen den Unterkiefer in eine veränderte Position, etwa bei reponierbarer Diskusverlagerung, und greifen damit stärker in die Kieferrelation ein.
- Die Michigan-Schiene ist eine adjustierte, ganzbogige Stabilisierungsschiene im Oberkiefer.
- Angestrebt werden gleichmäßige Kontakte aller Zähne und eine Eckzahnführung bei Exkursion.
- Partielle Schienen bergen das Risiko der Elongation nicht abgedeckter Zähne.
- Repositionsschienen verändern die Kieferrelation und bedürfen engmaschiger Kontrolle.
- Übliche Schienenstärke im Seitenzahnbereich
- ca. 1–2 mm
- Erste Kontrolle nach Eingliederung
- meist nach 1–2 Wochen
- Bevorzugte Ausdehnung
- ganzbogig
Grundsätzlich sind ganzbogige Schienen partiellen vorzuziehen: Nichtabgedeckte Zähne können elongieren, was bei sogenannten Frontzahnschienen zu bleibenden Okklusionsveränderungen führen kann. Die Schiene wird nach Eingliederung eingeschliffen und regelmäßig kontrolliert; ohne Kontrolle wird aus einer therapeutischen eine iatrogene Maßnahme.
- Okklusionsschiene
Oberbegriff; hier geht es um die Unterscheidung der einzelnen Bauformen.
- Aufbissbehelf in der Kieferorthopädie
Dient der Bisshebung im Rahmen einer Zahnbewegung, nicht der Funktionstherapie.
- Dauerhafte Anwendung einer Frontzahn- oder Teilschiene mit bleibender Bissveränderung.
- Abgabe ohne Einschleifen und ohne Nachkontrolle.
- Repositionsschiene ohne klare Indikation, wodurch aus einer reversiblen eine irreversible Maßnahme wird.
Ganzbogig und adjustiert ist der Standard – jede nicht abgedeckte Zahngruppe wandert.
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Schienentherapie und begleitende Behandlungsmaßnahmen.