ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen

Corticosteroide

Synonyme: Glukokortikoide · Kortikosteroide

Definition

Corticosteroide sind steroidale Entzündungshemmer, die sich von den Hormonen der Nebennierenrinde ableiten. Sie wirken immunsuppressiv, antientzündlich und antiallergisch durch Unterdrückung der Phospholipase A2. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen gehemmt.

Prüfungsfokus
  • Corticosteroide hemmen die Phospholipase A2 und blockieren dadurch sowohl die Prostaglandin- als auch die Leukotriensynthese.
  • Bei einer Langzeittherapie oberhalb der Cushing-Schwelle droht bei chirurgischem Stress eine lebensbedrohliche akute Nebennierenrindeninsuffizienz.
  • Die Kombination von Corticosteroiden mit NSAR erhöht das Risiko für gastrointestinale Ulzera und Blutungen überadditiv.
  • Dexamethason wird perioperativ mit 4 bis 8 mg zur Prophylaxe von postoperativen Ödemen und Trismus eingesetzt.
  • Systemische Corticosteroide führen durch Hemmung der Osteoblasten und verminderte intestinale Kalziumresorption langfristig zu einer Steroid-induzierten Osteoporose.
Zahlen & Werte
Cushing-Schwelle (Prednisolon-Äquivalent)
7,5 mg/Tag
Perioperative Dexamethason-Dosis zur Schwellungsprophylaxe
4 - 8 mg
Klinische Relevanz

Wegen der Gefahr einer sekundären Nebennierenindeninsuffizienz muss bei Langzeittherapie vor chirurgischen Eingriffen eventuell eine Dosisanpassung (Stressdosis) erfolgen. Zudem verzögern sie die Wundheilung und erhöhen das Infektionsrisiko im Kieferbereich. Wundkontrollen sollten daher engmaschiger durchgeführt werden.

Abgrenzung
  • NSAR

    NSAR hemmen ausschließlich die Cyclooxygenasen (COX-1/COX-2), während Corticosteroide über die Phospholipase-A2-Hemmung auch die Leukotriensynthese unterdrücken.

  • Bisphosphonate

    Bisphosphonate hemmen direkt die Osteoklastenfunktion, während Corticosteroide primär die Osteoblastenaktivität reduzieren und immunsuppressiv wirken.

Typische Fallstricke
  • Abruptes Absetzen einer steroidalen Langzeittherapie vor zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen anstelle einer bedarfsgerechten Dosisanpassung.
  • Gleichsetzung des Wirkmechanismus von Corticosteroiden mit NSAR, obwohl Steroide viel weiter oben in der Inflammationskaskade ansetzen.
  • Übersehen der erhöhten Infektionsneigung und verzögerten Wundheilung bei der Nachsorge chirurgischer Eingriffe unter Steroidmedikation.
Merksatz

Cortisol hemmt die Phospholipase, schützt vor Entzündungsmasse.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen

Relevante Wechselwirkungen und orale Nebenwirkungen.