Exodontie
Synonyme: Zahnextraktion · Zahnentfernung
Die Exodontie umfasst die Lehre und Praxis der Entfernung von Zähnen aus dem Alveolarknochen mittels geschlossener (konservativer) Techniken. Sie stellt einen der grundlegendsten oralchirurgischen Eingriffe dar und wird bei nicht erhaltungswürdigen Zähnen, Platzmangel oder fokalen Infektionsquellen durchgeführt. Das Hauptziel ist die vollständige und möglichst gewebeschonende Zahnentfernung unter Erhalt des umgebenden Alveolarknochens.
- Die Syndesmotomie mittels Desmotom ist der erste chirurgische Schritt zur Trennung der epithelialen und ligamentären Verankerung des Zahnes.
- Luxationsbewegungen bei einwurzeligen Zähnen mit rundem Wurzelquerschnitt beinhalten Rotationskräfte, während mehrwurzelige Molaren primär durch oro-vestibuläre Kippung gelockert werden.
- Vor jeder Exodontie müssen die radiologische Wurzelanatomie und die Lagebeziehung zu Nachbarstrukturen wie dem Nervus alveolaris inferior oder der Kieferhöhle beurteilt werden.
- Das gründliche Auskratzen der Alveole nach Extraktion dient der Entfernung von Granulationsgewebe zur Vermeidung von Restzysten.
- Die finale digitale Kompression der Alveolenwände schützt die vestibuläre Knochenlamelle und unterstützt die primäre Hämostase.
- Empfohlene Dauer der physischen Kompression mittels Aufbisstupfer zur Blutstillung
- 20–30 Minuten
- Inzidenz einer Alveolitis sicca nach unkomplizierter Exodontie
- 1–3 %
- Maximale Kraftausübung auf Nachbarzähne beim Hebeln
- 0 N (Nachbarzähne dürfen nie als Stützpunkt dienen)
Vor jeder Exodontie ist die Indikation streng zu prüfen und eine röntgenologische Beurteilung der Wurzelanatomie sowie der Nachbarstrukturen vorzunehmen. Nach ausreichender Lokalanästhesie werden die desmodontalen Fasern gelöst (Syndesmotomie) und der Zahn durch Hebel- und Zangenbewegungen luxiert. Nach der Entfernung erfolgt die Inspektion der Alveole, das Auskratzen von Granulationsgewebe und die Kompression der Alveolenwände zur Blutstillung.
- Chirurgische Extraktion
Die chirurgische Extraktion erfordert die Bildung eines Mucoperiostlappens und gezielte Knochenabtragung, während die Exodontie eine geschlossene, konservative Zahnentfernung ist.
- Osteotomie
Die Osteotomie bezeichnet die operative Entfernung von Knochengewebe zur Freilegung tief frakturierter oder verlagerter Zähne.
- Nutzung des Nachbarzahns als Hypomochlion beim Hebeleinsatz, was zu Luxation oder Fraktur des Nachbarzahns führen kann.
- Anwendung von Rotationsbewegungen bei mehrwurzeligen Unterkiefermolaren, was zwangsläufig zu Wurzelfrakturen führt.
- Unterlassene Überprüfung der Alveole auf Vollständigkeit der extrahierten Wurzelspitzen oder Belassen von Granulationsgewebe.
Lösen, luxieren, ziehen – Knochensubstanz konservieren.
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- VoraussetzungChirurgische Extraktion
Die Durchtrennung des marginalen Desmodonts ist der zwingende initiale Schritt vor dem Ansetzen von Hebel und Zange.
- FolgeAlveolitis sicca
Eine Störung der Wundheilung nach Exodontie durch Verlust des Blutkoagulum führt zum Krankheitsbild der Alveolitis sicca.
- FolgeMund-Antrum-Verbindung
Bei der Exodontie von Oberkiefermolaren kann es aufgrund der anatomischen Nähe zur Kieferhöhle zu einer iatrogenen Eröffnung der Kieferhöhle kommen.
- DiagnostikOrthopantomogramm
Ein Orthopantomogramm dient der präoperativen Beurteilung der Wurzelkonfiguration und der Nachbarstrukturen.
Zangen- und Hebeltechnik, operative Zahnentfernung.