ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Komplikationen und Blutung

Mund-Antrum-Verbindung

Synonyme: MAV · Oroantrale Fistel · Oroantrale Kommunikation

Definition

Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.

Prüfungsfokus
  • Die häufigste Ursache einer Mund-Antrum-Verbindung ist die Extraktion der ersten Oberkiefermolaren aufgrund der anatomischen Nähe der Wurzeln zur Kieferhöhle.
  • Der Nachweis erfolgt klinisch mittels Nasenblasversuch, wobei ein negatives Ergebnis bei Schleimhautpolypen eine MAV nicht ausschließt.
  • Ein speicheldichter plastischer Verschluss muss idealerweise innerhalb von 24 Stunden erfolgen, um eine bakterielle Infektion der Kieferhöhle zu vermeiden.
  • Der chirurgische Goldstandard zur Deckung ist der Rehrmann-Lappen durch bukkale Verteilungs- und Mukoperiostverschiebelappen mit Periostschlitzung.
  • Bei einer chronischen oroantralen Fistel ist vor dem Verschluss die vollständige Exzision des epithelisierten Fistelgangs zwingend erforderlich.
Zahlen & Werte
Zeitfenster für den primären Wundverschluss
< 24 Stunden
Verbot von Naseputzen und Schneuzen postoperativ
10-14 Tage
Häufigster betroffener Zahn (Zahn 16)
ca. 50 %
Klinische Relevanz

Der Nachweis erfolgt klinisch mittels Nasenblasversuch oder chirurgischer Sondierung der Alveole. Der speicheldichte Verschluss muss zeitnah innerhalb von 24 Stunden erfolgen, typischerweise durch eine plastische Deckung nach Rehrmann.

Abgrenzung
  • Oroantrale Fistel

    Im Gegensatz zur frischen Mund-Antrum-Verbindung ist die oroantrale Fistel eine chronifizierte und mit Epithel ausgekleidete Verbindung.

  • Radikuläre Zyste

    Eine radikuläre Zyste grenzt sich durch eine histologisch nachweisbare Zystenbalgkapsel ab und verdrängt die Kieferhöhlenschleimhaut oft ohne primäre Perforation.

Typische Fallstricke
  • Ausschluss einer MAV allein durch einen negativen Nasenblasversuch bei geschwollener Kieferhöhlenschleimhaut.
  • Verzicht auf die Periostschlitzung beim bukkalen Verschiebelappen, was zu einer spannungsreichen Naht und Wunddehiszenz führt.
  • Einbringen von Gelatineschwämmen als alleinige Maßnahme anstelle einer plastischen Deckung.
Merksatz

Luft im Mund nach Extraktion fordert Plastik ohne Zögern.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Komplikationen und Blutung

Nachblutung, Alveolitis, MAV und Nervläsionen.