ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

Fernröntgenseitenaufnahme

Synonyme: Fernröntgenseitenbild · FRS · Lateral Cephalogram

Definition

Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.

Prüfungsfokus
  • Die Fernröntgenseitenaufnahme dient der metrischen Erfassung von skelettalen und dentoalveolären Relationen im Sagittal- und Vertikalprofil.
  • Durch einen großen Fokus-Film-Abstand von meist 1,5 bis 2 Metern wird die geometrische Vergrößerung sowie der Bildverzug minimiert.
  • Zur genauen kephalometrischen Auswertung müssen standardisierte anatomische Referenzpunkte wie Sella, Nasion oder Pogonion identifiziert werden.
  • Die Positionierung des Patienten erfolgt fixiert über einen Cephalostaten mit Ausrichtung an der Frankfurter Horizontalen.
  • Ein Weichteilfilter ermöglicht die zeitgleiche radiologische Darstellung von knöchernen Strukturen und dem Gesichtsweichteilprofil.
Zahlen & Werte
Fokus-Film-Abstand
1,5 - 2,0 m
Effektive Dosis
1 - 6 µSv
Typische Vergrößerung
5 - 10 %
Klinische Relevanz

Sie wird vor allem in der Kieferorthopädie zur Diagnostik von skelettalen und dentoalveolären Dysgnathien sowie zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Referenzpunkte und -ebenen werden digital oder manuell zur Behandlungsplanung ausgewertet.

Abgrenzung
  • Orthopantomogramm

    Während das Orthopantomogramm eine gebogene Schichtaufnahme zur Zahn- und Kieferübersicht ist, dient die FRS der profilradiometrischen Winkel- und Streckenmessung des gesamten Schädels.

  • Digitale Volumentomographie

    Die DVT liefert ein überlagerungsfreies dreidimensionales Volumen, während die FRS eine 2D-Projektionsaufnahme des Schädels von lateral darstellt.

  • Posteroanteriore Schädelaufnahme

    Die PA-Schädelaufnahme projiziert den Schädel von hinten nach vorne zur Transversalanalyse, wohingegen die FRS die sagittale und vertikale Dimension abbildet.

Typische Fallstricke
  • Fehlerhafte Kopfrotationen um die Vertikalachse führen zu störenden Doppelkonturen des Unterkiefers und verfälschen die Winkelmessungen.
  • Eine inkorrekte Ausrichtung der Frankfurter Horizontalen verändert die Neigungswinkel der Kieferbasen zur Schädelbasis.
  • Unzureichende Einblendung oder fehlender Filter führen zum Überstrahlen der Weichteilkonturen im Profilbereich.
Merksatz

FRS misst Schädel und Kiefer im Profil mit Abstand.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Extraorale und dreidimensionale Bildgebung

OPG, FRS und digitale Volumentomographie.