ZahnLexikon
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Kieferorthopädie
geprüft
Ätiologie und Dysgnathien

Offener Biss

Synonyme: Mordex apertus · Vertikale Okklusionsstörung

Definition

Der offene Biss ist eine vertikale Malokklusion, bei der in zentrischer Okklusion kein vertikaler Kontakt zwischen den Zahnkronen von Ober- und Unterkiefer in einem oder mehreren Segmenten besteht. Man unterscheidet den frontal offenen Biss vom seitlich offenen Biss sowie habituelle von skelettalen Formen. Skelettal offene Bisse sind durch ein hyperdivergentes Wachstumsmuster mit vergrößertem Unterkieferplanumswinkel gekennzeichnet.

Prüfungsfokus
  • Habituell offener Biss betrifft meist die Frontzähne und zeigt rundliche Lückenkonturen.
  • Skelettal offener Biss geht oft mit einem steilen Unterkieferwinkel (NL-ML vergrößert) einher.
  • Zungenfehllage kann sowohl Ursache als auch Folge eines offenen Bisses sein.
  • Therapie im frühen Gebiss: Habit-Abgewöhnung (z.B. Mundvorhofplatte).
Zahlen & Werte
Vertikaler Überbiss Norm (Overbite)
1-3 mm
Vergrößerter ML-NL-Winkel
> 28° (Hyperdivergenz)
Klinische Relevanz

Die Ätiologie umfasst Orale Habits wie Daumenlutschen oder Zungenpressen sowie genetische Faktoren. Die Behebung erfordert meist eine Abgewöhnung der Habits sowie kieferorthopädische oder dysgnathiechirurgische Umstellungsmaßnahmen.

Abgrenzung
  • Tiefer Biss

    Vertikale Überlappung der Inzisiven ist exzessiv vergrößert (Gegenteil des offenen Bisses).

  • Ankylose von Primärzähnen

    Kann zu einem lokalen, umschriebenen seitlich offenen Biss führen.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung von habituell offenem Biss (gute Prognose nach Abgewöhnung) mit skelettal offenem Biss (hohe Rezidivquote).
  • Unterschätzung des Zungendrucks als Behandlungshemmnis.
Merksatz

Fehlt der Kontakt in der Vertikalen, sucht man nach Habits und Winkeln den qualvollen.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Ätiologie und Dysgnathien

Ursachen von Anomalien und die einzelnen Bissformen.