Habits
Synonyme: Lutschgewohnheiten · Dyskinesien · Mundatmung
Habits sind wiederkehrende orale Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Zungenpressen oder habituelle Mundatmung. Sie wirken über längere Zeiträume als schwache Dauerkräfte auf Zähne und Kiefer und können Anomalien verursachen. Ausmaß und Dauer bestimmen die Auswirkung stärker als die Kraftintensität.
- Die Einwirkdauer ist für die Zahnbewegung entscheidender als die Kraftgröße.
- Daumenlutschen führt typischerweise zu frontal offenem Biss und Frontzahnprotrusion.
- Habituelle Mundatmung kann mit transversaler Enge des Oberkiefers einhergehen.
- Vorrangiges Therapieziel ist die Abgewöhnung des Habits selbst.
- Wirkprinzip
- schwache Kraft über lange Dauer
- Therapieprinzip
- Abgewöhnung vor Apparatur
Typische Folgen sind ein frontal offener Biss, Protrusion der Oberkieferfront und transversale Enge. Die Therapie besteht primär in der Abgewöhnung, unterstützt durch Aufklärung und gegebenenfalls Apparaturen.
- Skelettal offener Biss
Durch Wachstumsmuster bedingt und nicht durch ein Habit verursacht.
- Organische Mundatmung
Durch nasale Obstruktion bedingt und primär HNO-ärztlich abzuklären.
- Apparative Behandlung ohne Beseitigung der auslösenden Gewohnheit mit hohem Rezidivrisiko.
- Übersehen einer organischen Ursache der Mundatmung, etwa vergrößerter Adenoide.
- Bestrafender Umgang mit dem Kind statt motivierender Begleitung.
Nicht die Stärke, sondern die Dauer macht die Zahnbewegung – deshalb wirken auch schwache Habits über Jahre.
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Ursachen von Anomalien und die einzelnen Bissformen.