Tiefer Biss
Synonyme: Deep bite · Vergrößerter vertikaler Überbiss · Overbite
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
- Ein vertikaler Überbiss (Overbite) von mehr als 3 mm gilt als pathologisch.
- Typisch für den skelettalen tiefen Biss ist ein reduzierter Kieferwinkel (NL-ML-Winkel < 15°).
- Gefürchtete Komplikation ist der Einbiss der Unterkieferinzisiven in die palatinale Gingiva.
- Die Therapie im Wechselgebiss erfolgt oft mittels Aufbissplatten zur Extrusion der Seitenzähne.
- Physiologischer Overbite
- 1 - 3 mm
- Pathologischer Overbite
- > 3 mm
- Physiologischer NL-ML-Winkel
- 20° - 25°
Klinisch führt ein unbehandelter tiefer Biss zu traumatischem Gaumeneinbiss, beschleunigtem Schmelzverschleiß und Parodontalschäden im Frontzahnbereich. Therapeutisch kommen Aufbissbehelfe, Intrusion der Frontzähne oder Extrusion der Seitenzähne zum Einsatz, um die Bisshöhe vertikal einzustellen.
- Deckbiss (Klasse II/2)
Sonderform mit steilstehenden, steil nach palatinal geneigten Oberkieferinzisiven und ausgeprägtem skelettalem Tiefbiss.
- Offener Biss
Fehlender vertikaler Kontakt der Zahnreihen im Front- oder Seitenzahnbereich.
- Verwechslung von dentalem tiefem Biss mit skelettalem Deckbiss (Klasse II/2).
- Verwechselung von relativer Extrusion der Seitenzähne mit echter Intrusion der Frontzähne.
Tiefer Biss macht Gaumenschmerz, Intrusion lenkt die Frontwärts.
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Ursachen von Anomalien und die einzelnen Bissformen.