Demenz und zahnmedizinische Betreuung
Synonyme: Kognitive Einschränkung in der Zahnmedizin
Demenzerkrankungen beeinträchtigen Gedächtnis, Orientierung und Handlungsplanung und damit auch die Fähigkeit zur Mundhygiene und Kooperation. Mit fortschreitender Erkrankung übernimmt zunehmend das Umfeld die Mundpflege. Behandlungsplanung und Kommunikation müssen an das Krankheitsstadium angepasst werden.
- Die Fähigkeit zur eigenständigen Mundhygiene nimmt mit dem Krankheitsverlauf ab.
- Herausnehmbarer Zahnersatz kann im fortgeschrittenen Stadium verweigert oder verlegt werden.
- Die Einwilligungsfähigkeit ist im Einzelfall zu prüfen; gegebenenfalls ist eine Betreuung einzubeziehen.
- Kurze, wiederkehrend strukturierte Termine mit vertrauten Bezugspersonen erhöhen die Kooperation.
- Günstiger Sanierungszeitpunkt
- frühes Krankheitsstadium
- Terminstruktur
- kurz, ruhig, wiederkehrend gleich
Frühe Krankheitsstadien sind der geeignete Zeitpunkt für vorausschauende, vereinfachende Sanierungskonzepte. Kurze Termine, ruhige Umgebung, einfache Sprache und feste Bezugspersonen verbessern die Kooperation deutlich.
- Delir
Akut auftretende, fluktuierende Bewusstseinsstörung, häufig reversibel.
- Depression im Alter
Kann kognitive Defizite imitieren, spricht aber auf antidepressive Therapie an.
- Planung komplexer Versorgungen, die im späteren Verlauf nicht mehr gepflegt werden können.
- Behandlung ohne Klärung der Einwilligungsfähigkeit und der rechtlichen Vertretung.
- Bewertung von Abwehrverhalten als Unwilligkeit statt als Ausdruck von Angst oder Schmerz.
Was früh vereinfacht wurde, lässt sich spät noch pflegen – Sanierungskonzepte gehören ins frühe Stadium.
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Betreuungskonzepte, Multimorbidität und Polypharmazie.