Parodontale Regeneration
Synonyme: Parodontalchirurgie · GTR · Guided Tissue Regeneration · Regenerative Parodontalchirurgie
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
- Eine echte parodontale Regeneration ist histologisch definiert durch die Neubildung von Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen.
- Goldstandardindikationen sind vor allem tiefe, 2- oder 3-wandige infrabefundliche Knochendefekte sowie der Furkationsbefall Grad II im Unterkiefer.
- Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine (EMD), resorbierbare Membranen (GTR) sowie autologe, homologe, xenogene oder alloplastische Knochenersatzmaterialien.
- Entscheidend für den Behandlungserfolg sind ein stabiles Blutkoagulum, ein raumschaffendes Prinzip und ein speicheldichter, spannungsfreier Primärverschluss.
- Eine unzureichende Mundhygiene (Plaqueindex > 15-20 %) sowie aktiver Nikotinkonsum stellen wesentliche Risiko- und Kontraindikationsfaktoren dar.
- Empfohlene Wartezeit bis zur ersten Sondierung postop
- 6 Monate
- Optimaler Defektwinkel für maximale Regeneration
- < 25 Grad
- Maximal tolerierbarer Plaqueindex vor dem Eingriff
- < 15 - 20 %
- Mindesttiefe des infrabefundlichen Knochendefekts
- ≥ 3 mm
Indikationen sind tiefere, 2- oder 3-wandige infrabefundliche Knochendefekte sowie Furkationsbefall Grad II im Unterkiefer. Voraussetzung ist eine exzellente Patientencompliance und minimale Plaque-Akkumulation.
- Reparatur
Führt im Gegensatz zur Regeneration nicht zu neuem Attachement, sondern zur Heilung über ein langes Saumepithel ohne Knochen- und Desmodontneubildung.
- Guided Bone Regeneration
Fokussiert rein auf die Augmentation von Knochengewebe (z. B. für Implantate), während die parodontale Regeneration zusätzlich Desmodont und Wurzelzement aufbaut.
- Verwechslung von parodontaler Regeneration (echtes neues Attachement) mit Reparatur (Ausheilung durch ein langes Saumepithel).
- Fehlerhafte Indikationsstellung bei 1-wandigen Defekten oder rein horizontalem Knochenabbau, da hier der notwendige Raumerhalt fehlt.
- Zu frühes Sondieren in den ersten 6 Monaten postoperativ, was das reifende regenerative Gewebe mechanisch zerstört.
Regeneration erschafft echtes Attachement, Reparatur bildet nur ein langes Saumepithel.
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- TherapieFurkationsbefall
Regenerative Verfahren sind speziell beim Furkationsbefall Grad II im Unterkiefer eine evidenzbasierte Therapieoption.
- VoraussetzungUnterstützende Parodontaltherapie
Eine regelmäßige UPT ist zur Aufrechterhaltung des erzielten Regenerationserfolgs zwingend erforderlich.
- TherapieKnochenersatzmaterial
Dient bei regenerativen Eingriffen als Gerüst und Platzhalter zur Stabilisierung des Blutkoagulum.
- AbgrenzungGuided Bone Regeneration
Grenzt sich durch das Fehlen der desmodontalen und zementären Komponente von der parodontalen Regeneration ab.
Lappenoperationen, resektive und regenerative Verfahren.