Furkationsbefall
Synonyme: Furkationsbeteiligung · F-Grad
Der Furkationsbefall beschreibt das Vordringen des parodontalen Attachmentverlusts in den Interradikulärraum mehrwurzeliger Zähne. Die Einteilung erfolgt klinisch meist nach Hamp in die Grade I (horizontal bis 3 mm), II (über 3 mm, nicht durchgängig) und III (durchgängig). Furkationen stellen wegen erschwerter Zugänglichkeit ausgeprägte Retentionsnischen für den Biofilm dar.
- Die Klassifikation des horizontalen Furkationsbefalls erfolgt nach Hamp et al. in die Grade I bis III.
- Zur klinischen Diagnostik wird ausschließlich eine speziell gebogene, graduierte Nabers-Sonde verwendet.
- Grad-II-Furkationen im Unterkiefer zeigen die beste Prognose für regenerative Maßnahmen mittels GTR oder Schmelzmatrixproteinen.
- Grad-III-Furkationen erfordern meist resezierende Verfahren wie Wurzelamputation, Hemisektion oder Extraktion.
- Maxilläre erste Prämolaren weisen den Furkationseingang meist von mesial und distal auf, was diagnostisch leicht übersehen wird.
- Hamp Grad I
- Horizontaler Attachmentverlust ≤ 3 mm
- Hamp Grad II
- Horizontaler Attachmentverlust > 3 mm, nicht durchgängig
- Hamp Grad III
- Durchgängiger Furkationsbefall
- Tarnow Subklasse A
- Vertikaler Knochenabbau 1–3 mm ab Furkationsdach
Die Diagnostik erfolgt mittels einer gebogenen Nabers-Sonde an Molaren und prämolaren Furkationseingängen. Abhängig vom Grad kommen resezierende, regenerative oder konservative Verfahren zum Einsatz.
- Pulpanekrose
Eine endodontisch bedingte Furkationsaufhellung geht primär auf ein devitales Pulpagewebe zurück und heilt nach Wurzelkanalbehandlung ohne parodontale Regeneration vollständig aus.
- Pseudotasche
Eine Pseudotasche entsteht durch gingivale Hyperplasie ohne apikale Migration des junctionalen Epithels oder interradikulären Knochenabbau.
- Verwechslung der horizontalen Einteilung nach Hamp mit der vertikalen Einteilung des Furkationsbefalls nach Tarnow und Fletcher (Subklassen A, B, C).
- Fehldiagnose einer rein parodontalen Furkationsläsion bei vorliegender Pulpanekrose (endo-parodontale Läsion).
- Unzureichende Exploration der mesialen Furkation von Oberkiefermolaren, welche von palatinal angespurt werden muss.
Grad I tastet an, Grad II geht tief hinein, Grad III stößt komplett durch den Knochen ein.
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- DiagnostikNabers-Sonde
Die gebogene Nabers-Sonde ist das spezifische Handinstrument zur Sondierung und Graduierung des horizontalen Furkationsbefalls.
- TherapieParodontale Regeneration
Regenerative Verfahren wie GTR bieten insbesondere bei Grad-II-Furkationen eine vorhersagbare Chance zum Wiederaufbau des Zahnhalteapparates.
- VoraussetzungUnterstützende Parodontaltherapie
Befallene Furkationen stellen ausgeprägte Retentionsnischen dar und erfordern eine engmaschige UPT zur Sicherung des Langzeiterfolgs.
- FolgeParodontitis
Der Furkationsbefall entsteht als direkte Folge des fortschreitenden klinischen Attachmentverlusts bei Parodontitis an mehrwurzeligen Zähnen.
Befunderhebung, Indizes und Stadien-/Gradeinteilung.