Guided Bone Regeneration
Synonyme: GBR · Gesteuerte Knochenregeneration
Die Guided Bone Regeneration ist ein chirurgisches Verfahren zum Wiederaufbau von Knochendefekten mittels physikalischer Barrieremembranen. Die Membran verhindert das schnelle Einwachsen von Bindegewebe und ermöglicht den langsamer regenerierenden osteogenen Zellen die Knochenneubildung.
- Die Guided Bone Regeneration basiert auf dem PASS-Prinzip: Primary closure, Angiogenesis, Space maintenance und Clot Stability.
- Physikalische Barrieremembranen verhindern das Einwachsen von rascher proliferierendem Bindegewebe in den Knochendefekt.
- Nicht-resorbierbare Membranen weisen eine höhere Formstabilität auf, erfordern jedoch einen Zweiteingriff zur Entfernung.
- Ein spannungsfreier und speicheldichter Wundverschluss ist essenziell zur Vermeidung von Membranexpositionen.
- Das Augmentat dient als Osteokonduktionsmatrix und muss zur Vermeidung von Mikrobewegungen mechanisch stabilisiert werden.
- Einheilzeit von GBR-Augmentaten
- 4-6 Monate
- Resorptionszeit von Kollagenmembranen
- 4-8 Wochen
- Mindestabstand Augmentat/Implantat zum Nachbarzahn
- 1,5 mm
Unter der Membran wird autologer Knochen oder ein Knochenersatzmaterial raumfordernd und stabil platziert. Eine speicheldichte und spannungsfreie Wundschließung über dem Augmentat ist für den Erfolg essenziell.
- Guided Tissue Regeneration
GTR zielt spezifisch auf die Regeneration von Parodontalligament, Zement und Knochen an parodontal geschädigten Zähnen ab, während GBR den rein knöchernen Aufbau fokussiert.
- Osteokonduktion
Osteokonduktion beschreibt das passive Leitschiene-Dienen eines Knochenersatzmaterials, wohingegen Osteoinduktion die aktive Differenzierung von Stammzellen zu Osteoblasten anregt.
- Gleichsetzung von GBR mit GTR, obwohl GTR speziell der Regeneration des parodontalen Halteapparats dient.
- Vernachlässigung der Mikrobewegungen des Augmentats, was zur fibrotischen Einheilung statt knöcherner Durchbauung führt.
- Zu frühes Entfernen einer exponierten Membran ohne vorherigen Versuch des infektfreien Wundmanagements.
Die Membran hält Bindegewebe fern, der Knochen wächst dann wieder gern.
Medien werden gesucht …
- VoraussetzungResorbierbare Membran
Resorbierbare Membranen verhindern das Einwachsen von Bindegewebe in den Augmentationsbereich und lösen sich selbstständig auf.
- VoraussetzungKnochenersatzmaterial
Knochenersatzmaterialien dienen als raumforderndes Gerüst unter der Membran, um ein Kollabieren des Hohlraums zu verhindern.
- TherapieAlveolarkammaugmentation
Die GBR ist das primäre chirurgische Verfahren zur Durchführung einer horizontalen oder vertikalen Alveolarkammaugmentation.
- VoraussetzungRehrmann-Lappen
Die Periostschlitzung nach Rehrmann ermöglicht die nötige Lappenmobilisation für den spannungsfreien Wundverschluss über der Membran.
- FolgePeriimplantitis
Unzureichende Knochenneubildung nach GBR kann zu Dehiszenzen und einem erhöhten Risiko für Periimplantitis führen.
Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.