ZahnLexikon
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Parodontologie
geprüft
Parodontalchirurgie und Regeneration

Taschenreduktion

Synonyme: Taschenverringerung · Pocket reduction

Definition

Die Taschenreduktion ist das primäre Ziel der antiinfektiösen und chirurgischen Parodontitistherapie. Sie bezeichnet die physikalische Verringerung der sondierbaren Taschentiefe durch Gewebe-Reattachment, Ausbildung eines langen Saumepithels oder Gewebeschrumpfung (Rezession).

Prüfungsfokus
  • Die histologische Ausheilung nach geschlossener Taschenreduktion erfolgt primär über ein alanges Saumepithel und nur selten über echtes Bindegewebs-Reattachment.
  • Persistierende Sondierungstiefen von ≥ 6 mm nach Schritt 2 der Parodontitistherapie stellen die Hauptindikation für chirurgische Maßnahmen zur Taschenreduktion dar.
  • Das Therapieziel nach der antiinfektiösen Phase ist ein entzündungsfreies Parodont mit Sondierungstiefen ≤ 4 mm ohne Bleeding on Probing.
  • Die Verringerung der Sondierungstiefe resultiert klinisch aus einer Kombination von Gewebeschrumpfung (Rezession) und koronaler Adaption des Saumepithels.
  • Die Evaluation der erzielten Taschenreduktion erfolgt im Rahmen der Reevaluation frühestens 8 bis 12 Wochen nach der subgingivalen Instrumentierung.
Zahlen & Werte
Ziel-Sondierungstiefe nach Therapie (ohne BOP)
≤ 4 mm
Indikationsgrenze für chirurgische Phase 3 bei Resttaschen
≥ 6 mm
Zeitabstand zur Reevaluation der Taschenreduktion
8–12 Wochen
Klinische Relevanz

Eine erfolgreiche Taschenreduktion erleichtert dem Patienten die häusliche Plaquekontrolle und verhindert die Progression des Attachmentverlusts. Angestrebt wird ein Zielzustand von Sondierungstiefen ≤ 4 mm ohne Bleeding on Probing (BOP). Bestehen nach der geschlossenen Phase (Schritt 2 der Parodontitistherapie) weiterhin tiefe Taschen (≥ 6 mm), ist eine chirurgische Taschenreduktion (Schritt 3) indiziert.

Abgrenzung
  • Attachmentgewinn

    Attachmentgewinn bezeichnet den echten Gewinn an bindegewebigem Ansatz, während Taschenreduktion auch rein durch gingivale Rezession oder elastische Gewebeschrumpfung entstehen kann.

  • Pseudotasche

    Eine Pseudotasche basiert auf einer gingivalen Hyperplasie ohne Verlust von klinischem Attachment, wohingegen echte Taschenreduktion die Reduktion pathologischer parodontaler Taschen betrifft.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung einer echten Taschenreduktion mit dem Rückgang einer Pseudotasche, bei der lediglich eine gingivale Hyperplasie ohne Attachmentverlust abklingt.
  • Annahme, dass jede klinische Taschenreduktion automatisch mit einem echten Knochen- oder Bindegewebsgewinn (Reattachment) gleichzusetzen ist.
  • Zu frühe Sondierung nach der Aufbereitung, was das frisch ausgebildete lange Saumepithel vor Abschluss der Gewebereorganisation schädigen kann.
Merksatz

Flache Tasche, gesunde Lasche: Ziel ist das lange Saumepithel.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Parodontalchirurgie und Regeneration

Lappenoperationen, resektive und regenerative Verfahren.