Resorption
Synonyme: Arzneistoffaufnahme · Absorption
Resorption beschreibt die Aufnahme eines Arzneistoffs von der Applikationsstelle in die Blutbahn. In der Zahnmedizin betrifft dies die orale, sublinguale, submuköse oder parenterale Aufnahme von Wirkstoffen. Der Prozess hängt stark von der Lipophilie, Ionisation und lokalen Durchblutung des Gewebes ab.
- Der Ionisationsgrad eines Wirkstoffs bestimmt seine Membranpermeabilität, wobei nur die ungeladene lipophile Form die Gewebebarrieren durchwandern kann.
- Entzündetes Gewebe weist einen erniedrigten pH-Wert auf, was den Anteil ungeladener Lokalanästhetika-Moleküle reduziert und deren Geweberesorption sowie Wirksamkeit herabsetzt.
- Vasokonstriktoren wie Adrenalin verzögern die systemische Resorption von Lokalanästhetika, wodurch die lokale Wirkdauer verlängert und das Toxizitätsrisiko gesenkt wird.
- Der First-Pass-Effekt beschreibt den präsystemischen Abbau oral verabreichter Arzneistoffe in der Leber vor Erreichen des Körperkreislaufs.
- Die sublinguale Applikation umgeht den First-Pass-Effekt der Leber, da die Resorption direkt über die Mundschleimhaut in das venöse System erfolgt.
- pH-Wert im gesunden Gewebe
- 7,4
- pH-Wert im entzündeten Gewebe
- 5,5 - 6,5
- pKa-Wert von Articain
- 7,8
Bei lokaler Applikation (z. B. Schleimhautanästhesie oder Gingival-Gele) entscheidet die Resorption über den Wirkungseintritt und die systemische Belastung. Vasokonstriktoren wie Adrenalin im Lokalanästhetikum verzögern die Resorption, was die Wirkdauer verlängert und Toxizitätsrisiken senkt. Entzündetes Gewebe weist durch den niedrigen pH-Wert eine veränderte Resorptionskinetik auf.
- Bioverfügbarkeit
Bioverfügbarkeit beschreibt den prozentualen Anteil eines Arzneistoffs, der nach Resorption und eventuellem First-Pass-Effekt unverändert im systemischen Kreislauf zur Verfügung steht.
- Elimination
Elimination bezeichnet die irreversible Entfernung des Wirkstoffs aus dem Körper durch Metabolismus und Exkretion, während Resorption die Aufnahme darstellt.
- Verwechslung von Resorption (Aufnahme des Wirkstoffs in die Blutbahn) mit Bioverfügbarkeit (Prozentsatz des Wirkstoffs, der unverändert den systemischen Kreislauf erreicht).
- Die fälschliche Annahme, dass eine erhöhte Gewebedurchblutung die lokale Wirkdauer von Anästhetika verlängert; tatsächlich beschleunigt sie die Resorption und verkürzt dadurch die Wirkdauer.
Resorption bringt den Stoff ins Blut, damit er an dem Wirkort tut.
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- VoraussetzungArticain
Articain muss nach Gewebeinjektion in seiner ungeladenen Form vorliegen, um durch Resorption und Diffusion die Nervenmembran zu durchdringen.
- TherapieAdrenalin
Adrenalin wird Lokalanästhetika beigemischt, um durch Vasokonstriktion die lokale Resorption in die Blutbahn zu verzögern.
- VerwandtLokalanästhetika
Die Resorptionskinetik von Lokalanästhetika bestimmt maßgeblich deren Wirkdauer sowie das Risiko systemischer Intoxikationen.
- FolgePulpitis
Eine Pulpitis führt zu einer lokalen Gewebeazidose, welche die Resorption und Penetration von Lokalanästhetika behindert.
Wirkstoffe, Vasokonstriktoren und Höchstdosen.