ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Lokalanästhetika

Epinephrin

Synonyme: Adrenalin

Definition

Epinephrin ist ein körpereigenes Katecholamin, das als Hormon und Neurotransmitter wirkt und in der Zahnmedizin als Vasokonstriktorzusatz in Lokalanästhetika genutzt wird. Es stimuliert sowohl alpha- als auch beta-Adrenozeptoren des sympathischen Nervensystems. Dies führt zu Vasokonstriktion peripherer Gefäße, Bronchodilation und Herzstimulation.

Prüfungsfokus
  • Epinephrin ist ein direkt wirkender Agonist an alpha-1-, beta-1- und beta-2-Adrenozeptoren.
  • Die alpha-1-vermittelte Vasokonstriktion verlangsamt den Abtransport des Anästhetikums und senkt dessen Systemtoxizität.
  • Für kardial vorerkrankte Risikopatienten gilt eine strikte Maximaldosis von 0,04 mg Epinephrin pro Behandlungssitzung.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme unselektiver Beta-Blocker droht bei Epinephringabe eine hypertensive Krise mit reflektorischer Bradykardie.
  • Epinephrin ist das Mittel der ersten Wahl bei der Notfallbehandlung der Anaphylaxie.
Zahlen & Werte
Maximaldosis kardiales Risiko (AHA)
0,04 mg
Maximaldosis gesunder Erwachsener
0,2 mg
Konzentration 1:100.000
0,01 mg/ml
Konzentration 1:200.000
0,005 mg/ml
Notfalldosis Anaphylaxie i.m.
0,3 - 0,5 mg
Klinische Relevanz

Epinephrin bewirkt über alpha-1-Rezeptoren eine lokale Vasokonstriktion, was die Blutung im Operationsfeld minimiert und die Systemtoxizität des Lokalanästhetikums senkt. Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder unkontrollierter Hyperthyreose ist die Dosis streng zu limitieren (Maximaldosis 0,04 mg). Epinephrin ist zudem das Mittel der ersten Wahl bei der Notfallbehandlung des anaphylaktischen Schocks.

Abgrenzung
  • Adrenalin

    Adrenalin ist die europäisch-deutsche Bezeichnung für denselben Wirkstoff, während Epinephrin die international freie Bezeichnung (INN) darstellt.

  • Norepinephrin

    Norepinephrin besitzt kaum beta-2-mimetische Eigenschaften und führt zu einer ausgeprägteren peripheren Vasokonstriktion ohne Bronchodilation.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung der Verdünnungsangaben: 1:100.000 (0,01 mg/ml) enthält doppelt so viel Epinephrin wie 1:200.000 (0,005 mg/ml).
  • Unbeabsichtigte intravasale Injektion ohne vorherige Aspiration kann akute Arrhythmien und Blutdruckspitzen auslösen.
Merksatz

Epinephrin verengt die Gefäße und verlängert die Betäubung.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Lokalanästhetika

Wirkstoffe, Vasokonstriktoren und Höchstdosen.