ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Lokalanästhetika

Lokalanästhetika

Synonyme: Lokalanästhetika · Örtliche Betäubungsmittel

Definition

Lokalanästhetika sind Arzneistoffe, die durch die reversible Hemmung von Natriumkanälen die Erregungsleitung peripherer Nerven örtlich begrenzt und reversibel ausschalten. Sie werden chemisch in Ester- und Säureamid-Typen unterteilt. In der Zahnheilkunde ermöglichen sie eine schmerzfreie invasive Behandlung.

Prüfungsfokus
  • Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ werden primär in der Leber metabolisiert, während Ester-Typen durch die Plasmacholinesterase gespalten werden.
  • Der Wirkungsmechanismus beruht auf der reversiblen Blockade von spannungsgesteuerten Natriumkanälen an der Innenseite der Nervenmembran.
  • Nur die ungeladene, lipophile Form des Lokalanästhetikums kann die Nervenmembran penetrieren, während die protonierte Form am Rezeptor bindet.
  • Im entzündeten Gewebe ist die Wirkung durch den gesenkten pH-Wert wegen der verminderten Penetrationsfähigkeit stark abgeschwächt.
  • Articain besitzt eine zusätzliche Estergruppe, wodurch es bereits im Plasma durch Esterasen inaktiviert wird und eine geringe Toxizität aufweist.
Zahlen & Werte
Maximaldosis Articain (Erwachsene)
7 mg/kg Körpergewicht
Maximaldosis Lidocain mit Adrenalin
7 mg/kg Körpergewicht
Maximaldosis Lidocain ohne Adrenalin
4,4 mg/kg Körpergewicht
Wirkdauer Pulpenanästhesie Articain 4% mit Adrenalin 1:100.000
ca. 60–75 Minuten
Klinische Relevanz

In der Zahnmedizin kommen überwiegend Amide wie Articain, Lidocain und Mepivacain zum Einsatz, häufig kombiniert mit einem Vasokonstriktor (z. B. Adrenalin). Die Dosierung muss an das Körpergewicht und Vorerkrankungen des Patienten angepasst werden. Bei Injektion ist eine Aspiration verpflichtend, um intravasale Applikationen und systemische Intoxikationen zu vermeiden.

Abgrenzung
  • Analgetika

    Analgetika unterdrücken das Schmerzempfinden biochemisch zentral oder peripher, während Lokalanästhetika die Erregungsleitung des Nerven direkt und örtlich begrenzt unterbrechen.

  • Oberflächenanästhetika

    Oberflächenanästhetika wirken rein topisch an der Schleimhautoberfläche, wohingegen injizierbare Lokalanästhetika tiefer liegende Nervenstrukturen und Gewebe anästhesieren.

Typische Fallstricke
  • Fehlende Aspiration vor Injektion kann zu intravasaler Applikation mit schweren zentralnervösen und kardiovaskulären Systemtoxizitäten führen.
  • Überschreitung der maximalen Dosierung insbesondere bei Kindern durch Nicht-Anpassung an das tatsächliche Körpergewicht.
  • Einsatz von Adrenalin-Zusätzen bei absoluten Kontraindikationen wie einem unkontrollierten Phäochromozytom oder frischem Myokardinfarkt.
Merksatz

Amide für die Zähne, Ester sind passé.

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Zusammenhänge
Teil von: Lokalanästhetika

Wirkstoffe, Vasokonstriktoren und Höchstdosen.