ZahnLexikon
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Parodontologie
geprüft
Nichtchirurgische Therapie

Taschenausspülung

Synonyme: Subgingivale Lavage · Taschenlavage

Definition

Die Taschenausspülung (subgingivale Lavage) beschreibt das Ausspülen einer vertieften Parodontaltasche mit antiseptischen Lösungen wie Chlorhexidin (CHX) oder Wasserstoffperoxid. Ziel ist die mechanische Entfernung von Detritus sowie die chemische Reduktion der subgingivalen Mikroflora.

Prüfungsfokus
  • Die subgingivale Taschenausspülung ist eine adjuvante Maßnahme und kann die mechanische Biofilmentfernung keinesfalls ersetzen.
  • Aufgrund des kontinuierlichen Sulkusflüssigkeitsstroms wird die eingebrachte Lösung innerhalb weniger Minuten aus der Parodontaltasche ausgewaschen.
  • Chlorhexidindiglukonat (CHX) in einer Konzentration von 0,12 % bis 0,2 % ist das am häufigsten genutzte Antiseptikum für die subgingivale Lavage.
  • Die Spülung muss stets drucklos und mit stumpfen, bevorzugt seitlich perforierten Kanülen erfolgen, um Gewebetraumata zu vermeiden.
  • Ein zu hoher Applikationsdruck birgt das Risiko einer Infektverschleppung in die Tiefe oder der Entstehung eines Weichgewebsemphysems.
Zahlen & Werte
CHX-Konzentration (Chlorhexidin)
0,12 % - 0,2 %
Verweildauer im Sulkus (Halbwertszeit)
1 - 2 Minuten
H2O2-Konzentration (Wasserstoffperoxid)
1 % - 3 %
Klinische Relevanz

Die Spülung dient als adjuvante Maßnahme nach der subgingivalen Instrumentation, um gelöste Biofilmreste und Konkremente zu spülen sowie die bakterielle Last temporär zu reduzieren. Zum Einsatz kommen stumpfe Kanülen oder Ultraschallansätze unter geringem Druck. Wegen der schnellen Auswaschung durch den sulkulären Fluidstrom (Sulkusflüssigkeit) ersetzt die Spülung nicht das mechanische Biofilmmanagement.

Abgrenzung
  • Subgingivale Instrumentierung

    Erfordert die mechanische Abtragung von Biofilm und Konkrementen von der Wurzeloberfläche, während die Lavage lediglich gelöste Reste ausschwemmt.

  • Mundspüllösungen

    Werden vom Patienten supragingival angewendet und erreichen parodontale Taschen ab 3 mm Sondierungstiefe nicht effektiv.

Typische Fallstricke
  • Annahme, eine alleinige Taschenausspülung ohne vorangehendes mechanisches Scaling könne den parodontalen Biofilm adäquat eliminieren.
  • Verwendung von scharfen Kanülen oder zu hohem Druck, was zu Gewebeperforationen und iatrogenen Emphysemen führen kann.
  • Verwechslung der kurzzeitigen Effekte einer Taschenausspülung mit der nachhaltigen Wirkstofffreisetzung lokaler LDD-Systeme (Local Drug Delivery).
Merksatz

Spülen befreit die Tasche von Resten, ersetzt aber nie das Subgingivale Scopen.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Nichtchirurgische Therapie

Subgingivale Instrumentierung, Motivation und adjuvante Maßnahmen.