ZahnLexikon
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Parodontologie
geprüft
Nichtchirurgische Therapie

Taschenrevision

Synonyme: Re-Debridement · Nachkurrettage

Definition

Die Taschenrevision ist das erneute instrumentelle Bearbeiten (Debridement) spezifischer Parodontaltaschen, die in der Re-Evaluation nach primärer antiinfektiöser Therapie weiterhin Entzündungszeichen oder pathologische Sondierungstiefen aufweisen. Sie ist Bestandteil der nachfolgenden Therapiephasen sowie der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).

Prüfungsfokus
  • Die Taschenrevision erfolgt gezielt an stellen-spezifischen Residualtaschen im Anschluss an die Re-Evaluation oder während der unterstützenden Parodontitistherapie.
  • Indiziert ist die Revision bei Sondierungstiefen von 4 mm mit Bleeding on Probing sowie bei allen Sondierungstiefen von 5 mm oder mehr.
  • Das Verfahren entspricht einem erneuten geschlossenen subgingivalen Debridement unter Lokalanästhesie an den betroffenen Stellen.
  • Der zeitliche Abstand zur initialen antiinfektiösen Therapie sollte mindestens 8 bis 12 Wochen betragen, um das primäre Gewebereattachment abzuwarten.
  • Persistieren Entzündungsparameter trotz wiederholter geschlossener Taschenrevision, besteht die Indikation zur chirurgischen Parodontaltherapie.
Zahlen & Werte
Sondierungstiefe mit BOP als Revisionsindikation
4 mm
Sondierungstiefe ohne/mit BOP als Revisionsindikation
≥ 5 mm
Mindestabstand nach Antiinfektiöser Therapie zur Re-Evaluation
8–12 Wochen
Klinische Relevanz

Die Taschenrevision wird bei residualen Taschen ab 4 mm mit Bleeding on Probing (BOP) oder bei allen Taschen ≥ 5 mm nach Abschluss der antiinfektiösen Therapie durchgeführt. Das Vorgehen umfasst das erneute subgingivale Debridement der betroffenen Stellen unter lokaler Anästhesie. Bleiben Stellen trotz Revision rezidivierend aktiv, erfolgt die Indikationsstellung für chirurgische Maßnahmen oder eine mikrobiologische Abklärung.

Abgrenzung
  • Subgingivale Instrumentierung

    Die initiale subgingivale Instrumentierung erfasst alle Parodontaltaschen systematisch im Erstbehandlungsdurchgang, während die Taschenrevision rein selektiv an residualen Problemstellen ansetzt.

  • Parodontalchirurgie

    Die Parodontalchirurgie nutzt Lappenplastiken zur direkten Sicht auf die Wurzeloberfläche bei komplexen Defekten, wohingegen die Taschenrevision ein rein geschlossenes, nicht-chirurgisches Debridement bleibt.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung der Taschenrevision mit der initialen subgingivalen Instrumentierung: Die Revision wird selektiv nur an problematischen Stellen und nicht im gesamten Gebiss durchgeführt.
  • Zu frühe Intervention vor Ablauf der 8–12-wöchigen Ausheilungsphase nach Primärtherapie, was die initiale Geweberegeneration stört.
  • Festhalten an der geschlossenen Taschenrevision bei tiefen vertikalen Defekten oder fortgeschrittenem Furkationsbefall, wo rein geschlossene Verfahren anatomisch limitiert sind.
Merksatz

Re-Evaluation zeigt den Bedarf: Nachreinigen schützt vor Attachmentverlust.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Nichtchirurgische Therapie

Subgingivale Instrumentierung, Motivation und adjuvante Maßnahmen.