Zahnhartsubstanz
Synonyme: Zahnhartgewebe
Zahnhartsubstanz ist der Sammelbegriff für die mineralisierten Gewebe des Zahnes, welche Schmelz, Dentin und Zement umfassen. Sie bilden das strukturelle Fundament des Zahnes und umschließen das koronal-radikuläre Pulpagewebe. Der Mineralisationsgrad variiert zwischen den einzelnen Geweben, wobei Schmelz den höchsten und Zement den niedrigsten Anorganikanteil aufweist.
- Schmelz ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers und besteht zu ca. 95 Gewichts-% aus anorganischem Hydroxylapatit.
- Dentin wird lebenslang durch Odontoblasten neu gebildet, während Schmelz nach Abschluss der Amelogenese keine zelluläre Regeneration mehr aufweist.
- Der kritische pH-Wert für die Demineralisation liegt bei Schmelz bei ca. 5,5 und bei Dentin sowie Zement bereits bei ca. 6,2 bis 6,7.
- Wurzelzement bildet die Verankerungsstruktur für die Sharpey-Fasern des Desmodonts und weist unter den Zahnhartsubstanzen den höchsten organischen Anteil auf.
- Die adhäsive Befestigung nutzt bei Schmelz ein Mikroretentionsmuster durch Phosphorsäureätzung, während im Dentin eine Hybridschicht im Kollagennetzwerk gebildet wird.
- Mineralstoffgehalt Schmelz (Gewichts-%)
- 95 - 97 %
- Mineralstoffgehalt Dentin (Gewichts-%)
- 70 %
- Mineralstoffgehalt Zement (Gewichts-%)
- 50 - 65 %
- Kritischer pH-Wert Schmelz
- 5,5
- Kritischer pH-Wert Dentin und Zement
- 6,2 - 6,7
Der maximale Erhalt gesunder Zahnhartsubstanz ist das Grundprinzip der modernen, minmalinvasiven Restaurationstechnik. Der Defekt bestimmt die Präparationsform, wobei adhäsive Befestigungssysteme eine substanzschonende Kavitätengestaltung ohne makromechanische Retentionsformen ermöglichen. Ein übermäßiger Verlust an Hartsubstanz schwächt die Zahnstruktur irreversibel und erhöht das Risiko für Frakturen oder endodontische Komplikationen.
- Alveolarknochen
Im Gegensatz zu Zahnhartsubstanzen unterliegt Knochengewebe einem ständigen zellulären Umbau (Remodelling) und ist durchblutet.
- Pulpa
Die Pulpa ist das vaskularisierte und innervierte Bindegewebe im Zahninneren, welches vollständig von Zahnhartsubstanz umschlossen wird.
- Verwechslung des Demineralisations-pH-Werts von Schmelz mit dem von Dentin/Wurzelzement, was die rasche Progression von Wurzelkaries erklärt.
- Annahme, Schmelz könne biologisch durch Zellaktivität regenerieren; Schmelz kann lediglich rein physikalisch-chemisch remineralisiert werden.
- Gleichsetzung von biologischer Tertiärdentinbildung mit einer irreversiblen Pulpadegeneration.
Schmelz, Dentin und Zement – die drei, die man als Hartsubstanz kennt.
Medien werden gesucht …
- VerwandtSchmelz
Stellt die am stärksten mineralisierte Zahnhartsubstanz dar und schützt die Zahnkrone.
- VerwandtDentin
Bildet die Hauptmasse der Zahnhartsubstanz und steht als Dentin-Pulpa-Einheit in engem funktionellen Austausch mit dem Pulpagewebe.
- TherapieSäure-Ätz-Technik
Ermöglicht durch selektive Mikromorphologie-Veränderung an der Zahnhartsubstanz einen mikromechanischen Verbund mit Kunststoffen.
- TherapieKariesexkavation
Bezeichnet das gezielte Entfernen von pathologisch veränderter, demineralisierter Zahnhartsubstanz.
Entstehung, Progression und Risikobewertung der Karies.