Kariesexkavation
Synonyme: Kariesentfernung · Exkavieren
Die Kariesexkavation bezeichnet das kontrollierte Entfernen von demineralisierter und bakteriell infizierter Zahnhartsubstanz im Rahmen der Füllungstherapie. Ziel ist das Stoppen der Kariesprogression unter maximaler Schonung pulpanahen, remineralisierbaren Gewebes. Modernere Konzepte unterscheiden strikt zwischen infiziertem und remineralisierbarem Dentin.
- Bei pulpanahen Kariesläsionen und beschwerdefreier Pulpa ist die selektive Kariesexkavation der Goldstandard zur Vermeidung iatrogenener Pulpafreilegungen.
- Die peripheren Kavitätenränder müssen im Schmelz-Dentin-Grenzbereich stets bis auf hartes Dentin gereinigt werden, um einen randsicheren Verschluss zu garantieren.
- Das primäre Kriterium für den Exkavationsendpunkt ist die taktile Härte mit der Handsonde und ausdrücklich nicht das Ausmaß der Dentinverfärbung.
- Bei der selektiven Exkavation wird pulpanah erweichtes Dentin belassen, da die verbleibenden Keime durch einen dichten Verschluss inaktiviert werden.
- Keimzahlreduktion nach dichtem Verschluss belassener Restkaries
- > 90 %
- Zeitabstand bei schrittweiser (stepwise) Exkavation bis zum Zweiteingriff
- 6 - 12 Monate
Nach aktuellen Leitlinien erfolgt bei pulpanahen Läsionen zunehmend die selektive Kariesexkavation, um eine Pulpafreilegung zu vermeiden. Peripher wird die Kavität bis auf hartes Dentin gereinigt, während pulpanah erweichtes Dentin belassen werden kann.
- Selektive Kariesexkavation
Peripher wird bis auf hartes Dentin exkaviert, während pulpanah erweichtes Dentin bewusst belassen wird, um die Pulpa zu schonen.
- Vollständige (non-selektive) Kariesexkavation
Sämtliches erweichte Dentin wird ausnahmslos bis auf hartes Dentin entfernt, was bei tiefen Läsionen ein hohes Perforationsrisiko birgt.
- Verwechslung von infiziertem Dentin (irreversibel geschädigt, bakteriell besiedelt) mit remineralisierbarem, affiziertem Dentin.
- Übermäßige Exkavation im pulpanahen Bereich aus Furcht vor verbleibenden Keimen, was häufig zur unnötigen Pulpaeröffnung führt.
Peripher hart exkavieren, pulpanah die Vitalität schonen.
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- TherapieÜberkappung
Wird bei der Exkavation die vitale Pulpa punktförmig akzidentell eröffnet, kommt eine direkte Überkappung zum Einsatz.
- VoraussetzungAdhäsivsystem
Ein lückenloser Verschluss mittels Adhäsivsystem ist essenziell, um verbleibenden Keimen nach selektiver Exkavation die Nährstoffe zu entziehen.
- FolgePulpitis irreversibilis
Eine unvollständige Exkavation an den Kavitätenrändern führt zu Randundichtigkeiten und in der Folge zu einer Pulpitis irreversibilis.
- VoraussetzungKofferdam
Die Verwendung von Kofferdam sichert das saubere Arbeitsfeld während der Exkavation und schützt vor Kontamination.
Präparationsregeln, Exkavation und Substanzschonung.