Blutstillung
Synonyme: Hämostase · Blutstillungsmaßnahme
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
- Lokale Anästhetika mit Vasokonstriktoren wie Adrenalin bewirken eine primäre vaskuläre Blutstillung im Operationsgebiet.
- Bei Patienten unter Antikoagulation steht die konsequente lokale Blutstillung mittels Wundnaht, Hämostyptika und Tranexamsäure im Vordergrund.
- Die mechanische Kompression mittels Aufbisstupfer für 30 bis 60 Minuten stellt die primäre Erstmaßnahme bei kapillären und venösen Nachblutungen dar.
- Sickerblutungen aus dem Knochen lassen sich durch Knochenwachs, Elektrokaustik oder resorbierbare Gelatine- bzw. Kollagenschwämme stillen.
- Tranexamsäure verhindert als Antifibrinolytikum den vorzeitigen Abbau des Fibringerinnsels im Speichel.
- Empfohlene Aufbissdauer auf Tupfer zur initialen Blutstillung
- 30–60 min
- Maximaler INR-Wert für ambulante oralchirurgische Eingriffe unter Marcumar
- 3,5
- Konzentration von Tranexamsäure-Mundspülungen zur lokalen Fibrinolysehemmung
- 5 %
Das schrittweise Vorgehen umfasst die lokale Anästhesie, die Kompression mittels Tupfer und bei Bedarf die Einbringung von Hämostyptika (z. B. Kollagenschwämme, Gelatineschwämme). Bei Knochenblutungen kommen Knochenwachs oder Elektrokaustik zum Einsatz, während Weichgewebsblutungen oft durch eine Wundnaht gesichert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der präoperativen Abklärung von Gerinnungsstörungen oder Antikoagulantienmedikationen.
- Primäre Hämostase
Umfasst die initiale Vasokonstriktion und Thrombozytenaggregation, während die sekundäre Hämostase die plasmatische Fibrinbildung beinhaltet.
- Mechanische Hämostase
Erfolgt durch physikalischen Druck wie Kompression, Naht oder Knochenwachs, während chemische Hämostyptika biochemisch in die Gerinnung eingreifen.
- Vorschnelles Absetzen von Antikoagulanzien ohne Indikation und Rücksprache, was das thromboembolische Risiko des Patienten unnötig erhöht.
- Verwechslung der primären zellulären Hämostase mit der sekundären plasmatischen Gerinnungskaskade.
- Exzessiver Einsatz von Knochenwachs, welcher die Wundheilung stören und Fremdkörperreaktionen auslösen kann.
Komprimieren, adaptieren, koagulieren – Nachblutung sicher blockieren.
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- TherapieTranexamsäure
Tranexamsäure wird als topisches Antifibrinolytikum eingesetzt, um das Blutgerinnsel vor lokaler Fibrinolyse zu schützen.
- VoraussetzungAdrenalin
Als Vasokonstriktor im Lokalanästhetikum reduziert Adrenalin die intraoperative Gewebsblutung.
- TherapieWundheilung
Die adaptierende Wundnaht stabilisiert das Wundgebiet und komprimiert das Weichgewebe zur Blutstillung.
- DiagnostikAntikoagulation
Die präoperative Anamnese bezüglich Antikoagulation bestimmt den Bedarf an verstärkten lokalen Blutstillungsmaßnahmen.
Nachblutung, Alveolitis, MAV und Nervläsionen.