Bohrerschnitt
Synonyme: Schneidkante · Instrumentenschneide
Die Bohrerschneide ist die keilförmig zugespitzte Funktionskante eines rotierenden Schneidwerkzeugs in der Zahnmedizin. Sie dient dem Spanabtrag von Schmelz, Dentin, Pulpa oder Restaurationstexturen durch mechanische Scherkräfte. Ihre Geometrie variiert je nach Verwendungszweck zwischen Schleif- und Schneidinstrumenten.
- Der Bohrerschnitt bezeichnet den mechanischen Spanabtrag von Zahnhartsubstanz durch geometrisch bestimmte Schneiden rotierender Instrumente.
- Hartmetallbohrer trennen Substanzen durch echten Schneidvorgang ab, wohingegen Diamantinstrumente abrasiv schleifend wirken.
- Eine niedrige Schneidenanzahl (6–8 Schneiden) dient dem effizienten Substanzabtrag, während eine hohe Schneidenanzahl (12–30 Schneiden) zum Finieren genutzt wird.
- Ein positiver Spanwinkel steigert die Schnittleistung im weichen Dentin, birgt bei hartem Schmelz jedoch die Gefahr von Schneidenausbrüchen.
- Ohne ausreichendes Kühlspray führt der Bohrerschnitt durch Reibungswärme zur irreversiblen thermischen Schädigung des Pulpagewebes.
- Mindestwassermenge zur Kühlung
- 50 ml/min
- Drehzahl Kariesexkavation (Mikromotor)
- 1.000–5.000 U/min
- Drehzahl Schmelzpräparation (Turbine/Schnellläufer)
- > 100.000 U/min
- Schneidenanzahl Finierer
- 12–30 Schneiden
Form, Anzahl und Anordnung der Bohrerschneiden bestimmen die Abtragsleistung und Oberflächenrauigkeit des präparierten Zahnhartsubstanzdefekts. Hartmetallbohrer besitzen scharfe Schneiden für den Abtrag von Dentin oder Amalgam, während Diamantinstrumente eher schleifend wirken. Bei der Kariesexkavation verhindert die Wahl von Rosenbohrern mit reduzierter Schneidenanzahl bei niedriger Drehzahl ein ungewolltes Eröffnen der Pulpenhöhle.
- Abrasiver Schleifvorgang
Beim abrasiven Schleifen (z. B. Diamant) ziehen unregelmäßig ausgerichtete Kristallkanten ungeordnete Mikrokratzer, während die definierte Bohrerschneide zerspanend wirkt.
- Ultraschallpräparation
Die Ultraschallpräparation trägt Zahnhartsubstanz durch hochfrequente Mikrobewegungen ab, ohne dass ein rotierender Bohrerschnitt stattfindet.
- Verwechslung von spanendem Trennen (Hartmetallbohrer mit definierter Schneide) und schabend-abrasiver Abtragung (Diamantschleifer).
- Einsatz von Rosenbohrern bei zu hoher Drehzahl während der Kariesexkavation, was zu ungezieltem Dentinabtrag und Pulpaeröffnung führen kann.
- Unzureichende Kühlwassermenge bei hohem Anpressdruck, wodurch trotz scharfer Bohrerschneide iatrogene PulpaLäsionen entstehen.
Wenig Schneiden tief im Zahn, viel Schneiden glättet die Bahn.
Medien werden gesucht …
- TherapieKariesexkavation
Der Bohrerschnitt mit langsam laufenden Rosenbohrern ermöglicht die gezielte Entfernung von infiziertem Dentin.
- FolgeSmear Layer
Durch den mechanischen Bohrerschnitt entsteht auf der Dentinoberfläche eine feine Schmierschicht aus abgetragenen Geweberesten.
- TherapiePräparationsgrenze
Die genaue Geometrie des Bohrerschnitts bestimmt die Ausformung und Randschlussgüte der Präparationsgrenze.
- VerwandtRotierende Instrumente und Präparation
Hartmetallbohrer besitzen geometrisch definierte Schneiden, die für einen klassischen Bohrerschnitt optimiert sind.
Präparationsregeln, Exkavation und Substanzschonung.