ZahnLexikon
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Endodontie
geprüft
Spülung und Desinfektion

Smear Layer

Synonyme: Schmierschicht

Definition

Der Smear Layer ist eine mikroskopisch dünne Schicht aus anorganischen und organischen Geweberesten sowie Bakterien. Er entsteht während der Instrumentierung an den Kanalwänden und verstopft die Dentintubuli.

Prüfungsfokus
  • Der Smear Layer besteht aus einer oberflächlichen Schicht (1–2 µm) und Schmierpfropfen (Smear Plugs), die bis zu 40 µm tief in die Dentintubuli reichen.
  • Natriumhypochlorit (NaOCl) allein löst nur den organischen Anteil der Schmierschicht, lässt jedoch die anorganischen Komponenten unberührt.
  • Zur vollständigen Entfernung ist eine sequentielle Spülung mit einem Chelator (z. B. 17 % EDTA) und NaOCl erforderlich.
  • Das Belassen der Schmierschicht verhindert das Eindringen von Desinfektionsmitteln sowie Sealern in die Dentintubuli und verschlechtert den apikalen Randschluss.
  • Eine übermäßige Einwirkzeit von EDTA (> 1–2 Minuten) führt zu Erosionen des peritubulären und intertubulären Dentins.
Zahlen & Werte
Dicke des Smear Layers
1–2 µm
Tiefe der Smear Plugs in den Tubuli
bis zu 40 µm
Standardkonzentration EDTA
17 %
Empfohlene Einwirkzeit EDTA
1–2 min
Klinische Relevanz

Zur Entfernung des anorganischen Anteils wird der Wurzelkanal nach der NaOCl-Spülung mit 17-prozentiger EDTA-Lösung gespült. Erst die Entfernung ermöglicht das Eindringen von Sealer und Desinfektionsmitteln in die Tubuli.

Abgrenzung
  • Smear Plug

    Während der Smear Layer flächig die Kanalwand bedeckt, beschreibt der Smear Plug die tief in die Dentintubuli eingepressten Detrituspfropfen.

  • Biofilm

    Ein Biofilm ist eine strukturierte Lebensgemeinschaft vitaler Mikroorganismen, wohingegen der Smear Layer eine iatrogen erzeugte Mischung aus anorganischem und organischem Abrieb ist.

  • Tertiärdentin

    Tertiärdentin ist eine von der Pulpa biologisch gebildete Hartsubstanz, während der Smear Layer eine avitale, mechanisch entstandene Ablagerung darstellt.

Typische Fallstricke
  • Verwendung von alleiniger NaOCl-Spülung in der Annahme, der Smear Layer würde dadurch komplett entfernt.
  • Zu lange Anwendung von EDTA (> 2 Minuten), was eine ausgeprägte Demineralisation und Strukturschwächung der Kanalwand bewirkt.
  • Direktes Mischen von NaOCl und Chlorhexidin (CHX), was zur Bildung eines verstopfenden, bräunlichen Präzipitats führt.
Merksatz

EDTA löst den anorganischen Smear Layer, den NaOCl nicht entfernen kann.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Spülung und Desinfektion

Spüllösungen, Chelatoren und Aktivierung zur Keimreduktion.