Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität
Synonyme: OHIP · Oral Health Impact Profile · OHRQoL
Die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität erfasst, wie stark sich der Zustand von Zähnen, Mund und Zahnersatz auf Essen, Sprechen, Aussehen, soziale Teilhabe und Wohlbefinden auswirkt. Sie wird mit standardisierten Fragebögen gemessen, am bekanntesten mit dem Oral Health Impact Profile. Der Ansatz ergänzt klinische Befunde um die Perspektive des Patienten.
- Das Oral Health Impact Profile liegt in einer Langform mit 49 Items und Kurzformen mit 14 bzw. 5 Items vor.
- Erfasste Dimensionen sind unter anderem funktionelle Einschränkung, Schmerz, psychisches Unbehagen und soziale Beeinträchtigung.
- Höhere Summenwerte bedeuten eine stärkere Beeinträchtigung.
- Klinischer Befund und erlebte Beeinträchtigung korrelieren nur mäßig.
- OHIP-Langform
- 49 Items
- Gebräuchliche Kurzformen
- OHIP-14 und OHIP-5
- Erfasste Dimensionen
- 7
Der Nutzen liegt gerade im Alter darin, Behandlungsziele nicht nur an Zahnzahl und Befund, sondern am tatsächlichen Erleben auszurichten. Ein klinisch unauffälliger Befund kann mit erheblicher Beeinträchtigung einhergehen und umgekehrt. Damit wird die Frage beantwortbar, ob eine aufwendige Versorgung für den einzelnen Menschen überhaupt einen Gewinn bedeutet.
- Kaufunktion und Ernährung im Alter
Betrachtet die objektive Funktion, nicht die subjektive Beeinträchtigung.
- Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Bezieht sich auf Praxisprozesse, nicht auf patientenberichtete Endpunkte.
- Gleichsetzung eines guten klinischen Befunds mit guter Lebensqualität.
- Anwendung des Fragebogens ohne Konsequenz für die Behandlungsplanung.
- Vergleich von Werten aus unterschiedlichen Fragebogenversionen ohne Umrechnung.
Nicht die Zahnzahl zählt, sondern was der Mensch damit noch tun kann.
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Betreuungskonzepte, Multimorbidität und Polypharmazie.