Prävention bei Pflegebedürftigen
Synonyme: Mundhygiene in der Pflege · Pflegebegleitende Prophylaxe
Bei pflegebedürftigen Menschen verschiebt sich die Prävention von der Eigenverantwortung zur angeleiteten und übernommenen Mundpflege. Grundlage ist ein individueller Mundpflegeplan, der festlegt, wer welche Maßnahme in welchem Intervall durchführt. Hinzu kommen hochdosierte Fluoridpräparate, Hilfsmittel zur Kompensation motorischer Defizite und die Schulung des Pflegepersonals.
- Hochfluoridierte Zahnpasta mit 5.000 ppm ist bei erhöhtem Kariesrisiko im Alter etabliert.
- Fluoridlack mit 22.600 ppm wird mehrmals jährlich professionell aufgetragen.
- Ein schriftlicher, individueller Mundpflegeplan ist Voraussetzung für delegierte Pflege.
- Spüllösungen sind bei fehlender Ausspülfähigkeit durch Gele oder abwischbare Formen zu ersetzen.
- Hochfluoridierte Zahnpasta
- 5.000 ppm Fluorid
- Fluoridlack
- 22.600 ppm Fluorid
- Übliche Anwendungsdauer von Chlorhexidin
- meist 2 Wochen
Bei erhöhtem Kariesrisiko, insbesondere bei Wurzelkaries und Xerostomie, werden Zahnpasten mit hohem Fluoridgehalt sowie Fluoridlacke eingesetzt. Chlorhexidin kommt zeitlich befristet zum Einsatz. Weil viele Betroffene nicht mehr ausspülen können, sind abwischbare Anwendungsformen und Gele den Spüllösungen vorzuziehen.
- Fluoridierung
Allgemeine Grundlagen der Fluoridanwendung ohne den pflegerischen Kontext.
- Aufsuchende Betreuung
Beschreibt das Versorgungsmodell, nicht die einzelnen Präventionsmaßnahmen.
- Verordnung von Mundspüllösungen bei Menschen, die nicht mehr ausspülen können.
- Dauerhafte Chlorhexidinanwendung ohne Befristung mit Verfärbungen und Geschmacksstörungen.
- Mundpflegeplan ohne konkrete Zuständigkeit, der im Pflegealltag folgenlos bleibt.
Wer nicht mehr ausspülen kann, braucht Gel statt Spülung – und einen Plan, wer es aufträgt.
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Betreuungskonzepte, Multimorbidität und Polypharmazie.