Alterszahnmedizin Grundlagen
Synonyme: Gerostomatologie · Seniorenzahnmedizin
Die Alterszahnmedizin befasst sich mit der zahnmedizinischen Betreuung älterer und häufig multimorbider Menschen. Sie berücksichtigt altersassoziierte Veränderungen von Zähnen, Schleimhaut und Speichelfluss ebenso wie Allgemeinerkrankungen, Medikation und Pflegebedürftigkeit. Das Behandlungsziel verschiebt sich von der maximalen Rekonstruktion hin zu Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit und Lebensqualität.
- Maßgeblich ist der funktionelle Status, nicht das kalendarische Alter.
- Reduzierte Handmotorik und kognitive Einschränkungen begrenzen die häusliche Mundhygiene.
- Vereinfachte, gut reinigbare Konstruktionen sind komplexen Versorgungen häufig überlegen.
- Die Mundgesundheit beeinflusst Ernährungszustand, Sprachfunktion und soziale Teilhabe.
- Leitkriterium
- funktioneller Status und Pflegefähigkeit
- Behandlungsziel
- Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit, Lebensqualität
Therapieentscheidungen orientieren sich am funktionellen Status und an der Pflegesituation, nicht allein am kalendarischen Alter. Eine Versorgung, die der Patient oder das Pflegepersonal nicht reinigen kann, ist selbst bei technisch perfekter Ausführung ungeeignet.
- Allgemeine Erwachsenenbehandlung
Rekonstruktives Maximalziel ohne besondere Gewichtung von Pflegefähigkeit und Multimorbidität.
- Aufsuchende Betreuung
Behandlung außerhalb der Praxis mit eingeschränkten technischen Möglichkeiten.
- Planung aufwendiger Versorgungen ohne Prüfung, wer sie langfristig reinigen soll.
- Gleichsetzung von hohem Lebensalter mit fehlender Behandlungsfähigkeit.
- Vernachlässigung der Medikamentenanamnese, obwohl sie Speichelfluss und Blutungsneigung beeinflusst.
Nicht das Alter entscheidet, sondern die Pflegefähigkeit – reinigbar schlägt aufwendig.
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Betreuungskonzepte, Multimorbidität und Polypharmazie.