ZahnLexikon
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Endodontie
geprüft
Spülung und Desinfektion

EDTA

Synonyme: Ethylendiamintetraessigsäure · EDTA-Lösung

Definition

Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ist ein Chelator, der in der Endodontie zur Entfernung der anorganischen Anteile des Smear Layers eingesetzt wird. Durch die Bindung von Kalziumionen weicht EDTA das radikuläre Dentin leicht an und erleichtert so die mechanische Aufbereitung enger Kanäle.

Prüfungsfokus
  • EDTA ist ein Chelator, der gezielt anorganische Bestandteile wie Calcium aus der Schmierschicht herauslöst.
  • Die Kombination mit NaOCl ist zwingend erforderlich, da EDTA selbst keine gewebeauflösende und nur geringe antibakterielle Wirkung besitzt.
  • Die maximale Einwirkzeit von EDTA im Wurzelkanal sollte 1 bis 3 Minuten betragen, um dentinäre Erosionen zu vermeiden.
  • Das direkte Mischen von NaOCl und EDTA inaktiviert das freie Chlor von NaOCl und hebt dessen gewebeauflösende Wirkung auf.
  • EDTA in Gelform dient bei engen oder verkalkten Kanälen als wirksames Gleitmittel für die mechanische Aufbereitung.
Zahlen & Werte
Übliche Konzentration
15 - 17 %
Empfohlene Einwirkzeit
1 - 3 Minuten
pH-Wert gebräuchlicher Lösungen
7,0 - 8,0
Klinische Relevanz

EDTA wird typischerweise als 15–17%ige wässrige Lösung oder Gel für 1 bis 3 Minuten im Wurzelkanal angewendet. Es löst die anorganischen Bestandteile der Schmierschicht (Smear Layer) auf und öffnet die Dentintubuli für die anschließende Desinfektion. Zur maximalen Keimreduktion muss es in Kombination mit Natriumhypochlorit (NaOCl) eingesetzt werden.

Abgrenzung
  • Zitronensäure

    Zitronensäure ist eine organische Säure zur Smear-Layer-Entfernung, während EDTA ein echter Komplexbildner (Chelator) ist.

  • Natriumhypochlorit

    Natriumhypochlorit löst ausschließlich organische Geweberückstände auf, wohingegen EDTA nur die anorganische Schmierschicht angreift.

  • Chlorhexidin

    Chlorhexidin wirkt stark antibakteriell mit Substantivität, besitzt jedoch keinerlei gewebe- oder schmierschichtauflösende Potenz.

Typische Fallstricke
  • Gleichzeitiges Mischen von EDTA und NaOCl im Kanal, was das freie Chlor schlagartig inaktiviert.
  • Zu lange Einwirkzeit von über 5 Minuten, was zu ausgeprägten Erosionen des Peritubulärdentins führt.
  • Einsatz von EDTA als Alleinspülung in der Annahme, es könne organisches Gewebe auflösen.
Merksatz

EDTA löst Kalk und Schmierschicht auf, NaOCl macht die Keime taub.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Spülung und Desinfektion

Spüllösungen, Chelatoren und Aktivierung zur Keimreduktion.