Ultraschallaktivierung
Synonyme: PUI · Passive Ultraschallspülung · Ultraschallunterstützte Spülung
Die Ultraschallaktivierung ist ein Spülverfahren in der Endodontie, bei dem Spülflüssigkeiten im Wurzelkanal durch hochfrequente Schwingungen in akustische Kavitation versetzt werden. Dies steigert die Gewebelösungskapazität und die antibakterielle Wirksamkeit der Spüllösung erheblich. Zudem wird der Smear Layer in anatomisch komplexen Arealen effektiver entfernt als bei rein manueller Nadelspülung.
- Die passive Ultraschallspülung (PUI) erfolgt ohne Schneidwirkung und schwingt frei im Wurzelkanal, um Stufenbildung und ungewollten Dentinabtrag zu vermeiden.
- Durch den physikalischen Effekt der akustischen Kavitation und des Acoustic Streaming wird die antibakterielle Wirkung der Spüllösung gesteigert.
- Die Reibungswärme der Schwingungen erwärmt das Natriumhypochlorit vor Ort, was den Abbau organischen Gewebes deutlich beschleunigt.
- Die Aktivierung ermöglicht die Reinigung von anatomisch komplexen Arealen wie Isthmen, Seitenkanälen und Ramifikationen.
- Die Ultraschallaktivierung wird typischerweise in Zyklen von 20 bis 30 Sekunden nach der vollständigen mechanischen Präparation durchgeführt.
- Schwingungsfrequenz
- 25 - 40 kHz
- Aktivierungsdauer pro Zyklus
- 20 - 30 Sekunden
- Arbeitsabstand zum apikalen Stop
- 1 - 2 mm
Die Aktivierung erfolgt meist passiv (PUI) mit freischwingenden Ansatzspitzen nach vollständiger Aufbereitung, um Instrumentenbrüche zu vermeiden. Durch den akustischen Strom und Mikrostromungen werden Spülflüssigkeiten wie NaOCl erwärmt und tief in Seitenkanäle sowie Isthmen befördert.
- Schallaktivierung
Nutzt niedrigere Frequenzen (1–6 kHz) mit größerer Schwingungsamplitude und erzeugt im Gegensatz zur Ultraschallaktivierung keine akustische Kavitation.
- Manuelle dynamische Aktivierung
Erreicht die Durchmischung der Spüllösung durch Auf- und Abbewegungen einer Guttaperchaspitze ohne Erzeugung von Mikrostromungen oder Temperaturerhöhung.
- Wandkontakt der Ultraschallfeile führt zur Dämpfung der Schwingung und erhöht das Risiko eines Instrumentenbruchs sowie ungeplanter Kantenbildung.
- Aktivierung im unzureichend aufbereiteten Kanal verhindert das freie Schwingen des Instruments und macht das Spülverfahren wirkungslos.
- Trockene Anwendung ohne Spülflüssigkeit kann durch Erwärmung zu thermischen Schäden am parodontalen Ligament führen.
Ultraschall im Kanal macht das Spülen phänomenal – Kavitation löst den Smear!
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- TherapieNatriumhypochlorit
Die Ultraschallaktivierung erwärmt Natriumhypochlorit im Kanal und steigert dessen Gewebelösungskapazität sowie Desinfektionskraft.
- TherapieEDTA
Zusammen mit EDTA führt die Aktivierung zu einer effizienten Ablösung des anorganischen Smear Layer.
- FolgeSmear Layer
Durch den physikalischen Effekt der Kavitation wird der Smear Layer auch in schwer zugänglichen Wurzelkanalabschnitten zuverlässig entfernt.
- VoraussetzungChemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung
Erst eine ausreichende mechanische Erweiterung ermöglicht das passend freie Schwingen der Ultraschallfeile im Wurzelkanal.
Spüllösungen, Chelatoren und Aktivierung zur Keimreduktion.