Instrumentelle Funktionsanalyse
Synonyme: Axiographie · Kondylographie · Elektronische Achsiographie
Die instrumentelle Funktionsanalyse registriert Unterkieferbewegungen apparativ und überträgt sie auf einen Artikulator. Verfahren wie Axiographie und Kondylographie zeichnen die Bewegungsbahnen der Kondylen auf. Ziel ist die individuelle Programmierung des Artikulators und die Beurteilung der Gelenkbahnen.
- Sie dient primär der individuellen Artikulatorprogrammierung, nicht der Primärdiagnostik der CMD.
- Registriert werden unter anderem sagittale Kondylenbahnneigung und Bennett-Bewegung.
- Die Übertragung der Schädelbezugsebene erfolgt über den Gesichtsbogen.
- Sie setzt einen vorher erhobenen klinischen Funktionsbefund voraus.
- Sagittale Kondylenbahnneigung
- individuell, häufig ca. 30–45°
- Voraussetzung
- klinische Funktionsanalyse zuvor abgeschlossen
Sie ist kein Screening-Verfahren, sondern folgt einer konkreten Fragestellung nach dem klinischen Befund. Typische Indikationen sind umfangreiche Rekonstruktionen und die Planung von Bisslageveränderungen.
- Klinische Funktionsanalyse
Manuelle Untersuchung als diagnostischer Einstieg ohne Apparatur.
- Mittelwertartikulator
Arbeitet mit Durchschnittswerten statt individuell registrierten Bahnen.
- Einsatz als Screening ohne konkrete Fragestellung, was unnötigen Aufwand erzeugt.
- Registrierung bei akuten Schmerzen, wodurch Schonhaltungen die Werte verfälschen.
- Interpretation der Messwerte ohne Abgleich mit dem klinischen Befund.
Die instrumentelle Analyse programmiert den Artikulator – sie stellt keine CMD-Diagnose.
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Klinische und instrumentelle Analyse der Kieferrelation.