Kondylenbahnneigung und Bennett-Winkel
Synonyme: Sagittale Kondylenbahnneigung · Bennett-Bewegung · Laterotrusion
Die sagittale Kondylenbahnneigung beschreibt den Winkel, unter dem der Kondylus bei Protrusion an der Gelenkbahn nach kaudal-anterior gleitet. Der Bennett-Winkel bezeichnet die Abweichung des Mediotrusionskondylus aus der Sagittalebene bei einer Seitwärtsbewegung. Beide Werte bestimmen, wie stark die Höcker beim Bewegen der Zahnreihen voneinander getrennt werden.
- Die mittlere sagittale Kondylenbahnneigung wird im Artikulator häufig mit etwa 30–35° eingestellt.
- Der Bennett-Winkel liegt im Mittel bei etwa 15°.
- Als Faustregel gilt die Hanau-Formel: Bennett-Winkel ≈ Kondylenbahnneigung geteilt durch 8 plus 12.
- Der Immediate Side Shift ist eine unmittelbare seitliche Translation zu Beginn der Laterotrusion.
- Mittlere sagittale Kondylenbahnneigung
- ca. 30–35°
- Mittlerer Bennett-Winkel
- ca. 15°
- Hanau-Formel
- L = H/8 + 12
Im Artikulator werden diese Werte entweder individuell aus einer instrumentellen Funktionsanalyse übernommen oder als Mittelwerte eingestellt. Die Bennett-Bewegung, also die seitliche Verschiebung des ganzen Unterkiefers zur Arbeitsseite, kann zusätzlich einen unmittelbaren Anteil (Immediate Side Shift) enthalten, der die Höckergestaltung besonders stark beeinflusst.
- Scharnierachse
Terminale Rotationsachse für die reine Öffnungsbewegung, keine Translationsgröße.
- Okklusale Interferenzen
Klinische Störkontakte als Folge; die Winkel sind die zugrunde liegenden Bewegungsparameter.
- Mittelwerteinstellung bei umfangreicher Rehabilitation, wo individuelle Werte nötig wären.
- Vernachlässigung des Immediate Side Shift mit zu steil gestalteten Höckern und späteren Interferenzen.
- Verwechslung von Arbeits- und Balanceseite bei der Zuordnung der Bewegungen.
Kondylenbahn steuert die Front-Rück-Bewegung, Bennett die Seitwärtsbewegung – zusammen bestimmen sie die Höckerhöhe.
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Klinische und instrumentelle Analyse der Kieferrelation.