ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Dentoalveoläre Chirurgie

Plastische Chirurgie

Synonyme: Plastische Deckung · Rekonstruktive Oralchirurgie

Definition

Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.

Prüfungsfokus
  • Die plastisch-rekonstruktive Oralchirurgie erfordert stets eine spannungsfreie Wundadaptation zur Vermeidung von Dehiszenzen und Gewebenekrosen.
  • Bei der Deckung von Mund-Antrum-Verbindungen (MAV) ist der Rehrmann-Lappen durch Mobilisation mittels Periostschlitzung das chirurgische Standardverfahren.
  • Für die Verdickung der periimplantären oder parodontalen Weichgewebe gilt das subepitheliale Bindegewebstransplantat (BGT) vom Gaumen als Goldstandard.
  • Zur Behandlung gingivaler Rezessionen kommen bevorzugt koronal verschobene Lappen mit oder ohne Bindegewebstransplantat zum Einsatz.
  • Frenulotomie und Frenulektomie dienen der Reduktion von funktionellem Zug der Lippen- und Zungenbändchen auf die marginale Gingiva.
Zahlen & Werte
Dicke Freies Schleimhauttransplantat (FST)
1,0 - 1,5 mm
Dicke Bindegewebstransplantat (BGT)
1,5 - 2,0 mm
Sicherheitsabstand zur A. palatina majus bei Gaumenentnahme
2 - 3 mm
Kritische Phase der Transplantatrevaskularisation
3 - 5 Tage
Klinische Relevanz

In der Oralchirurgie umfasst das Fachgebiet Eingriffe zur Deckung gingivaler Rezessionen, den Verschluss oronantraler Fisteln sowie die Korrektur störender Lippen- oder Zungenbändchen. Ziel ist neben der Wiederherstellung der ästhetischen Harmonie die Schaffung stabiler hygienefähiger Verhältnisse und der Erhalt des Zahnhalteapparates. Präzise Schnittführungen und spannungsfreie Nahttechniken sind kritische Erfolgsfaktoren.

Abgrenzung
  • Mucogingivalchirurgie

    Spezifisches Teilgebiet zur Korrektur von Gewebedefekten an der mukogingivalen Grenze, wohingegen die plastische Chirurgie auch knöcherne Rekonstruktionen umfasst.

  • Parodontale Regeneration

    Zielgerichteter mikroskopischer Wiederaufbau des gesamten Zahnhalteapparates (Zement, Desmodont, Knochen), während die plastische Chirurgie primär makroskopische Weichgewebskonturen korrigiert.

Typische Fallstricke
  • Verwechslung von Freiem Schleimhauttransplantat (FST) und Bindegewebstransplantat (BGT): Ein FST führt an gut sichtbaren Arealen oft zu ästhetisch störenden Farbunterschieden (Patchwork-Muster).
  • Mangelhafte Periostschlitzung bei Verschiebelappen führt zu Restspannung auf der Nahtlinie und konsekutiver Wunddehiszenz.
  • Fehlendes Entfernen des Epithels im Fistelgang bei der plastischen Deckung einer MAV führt zum Rezidiv der Fistel.
Merksatz

Plastisch formt das Gewebe für Funktion und Ästhetik.

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Zusammenhänge
Teil von: Dentoalveoläre Chirurgie

Wurzelspitzenresektion, Freilegung und Plastiken.