ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Intraorale Aufnahmetechniken

Parallaxentechnik

Synonyme: Objektschiebeverfahren · Bumm-Regel · Clark-Technik

Definition

Die Parallaxentechnik ist ein diagnostisches Verfahren zur Lagedestination nicht sichtbarer Strukturen im Röntgenbild durch zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Einstrahlwinkel. Sie nutzt das Phänomen der scheinbaren Objektverschiebung bei Veränderung des Beobachterstandpunkts. Die Auswertung erfolgt nach der Clark-Regel (Same Lingual, Opposite Buccal).

Prüfungsfokus
  • Die Parallaxentechnik dient der dreidimensionalen Lagebestimmung von retinierten Zähnen, Fremdkörpern oder überstopftem Füllungsmaterial mittels zweier 2D-Röntgenaufnahmen.
  • Das SLOB-Prinzip (Same Lingual, Opposite Buccal) besagt, dass ein lingual oder palatinal liegendes Objekt bei Rohrbewegung in dieselbe Richtung wandert.
  • Zur Durchführung wird die exzentrische Einstelltechnik genutzt, bei der der Zentralstrahl horizontal (mesial oder distal) ausgelenkt wird.
  • Ein Hauptanwendungsgebiet in der Endodontie ist die Trennung und Zuordnung überlagerter Wurzelkanäle (z. B. MB1 und MB2 an Oberkiefermolaren).
  • Im Vergleich zur Digitalen Volumentomographie bietet die Parallaxentechnik eine wesentlich geringere Dosis zur einfachen Lagebestimmung.
Zahlen & Werte
Empfohlene Tubusauslenkung (Exzentrik Winkel)
15° bis 20°
Klinische Relevanz

Bei der Anfertigung zweier Zahnfilme wird der Tubus für die zweite Aufnahme mesial oder distal anguliert. Wandert das gesuchte Objekt im zweiten Bild in dieselbe Richtung wie der Tubus, liegt es palatinal beziehungsweise lingual. Wandert es in die entgegengesetzte Richtung, befindet es sich buccal.

Abgrenzung
  • Rechtwinkeltechnik

    Die Rechtwinkeltechnik strebt eine orthogonale, verzerrungsfreie Projektion an, während die Parallaxentechnik gezielt exzentrische Winkel zur räumlichen Zuordnung nutzt.

  • Digitale Volumentomographie

    Die DVT generiert einen echten 3D-Datensatz ohne Überlagerungseffekte, wohingegen die Parallaxentechnik die Lageinformation aus zwei 2D-Aufnahmen rekonstruiert.

Typische Fallstricke
  • Verwechseln der Verschiebungsrichtung: Wandert das Objekt entgegen der Tubusbewegung, liegt es buccal und keinesfalls palatinal.
  • Fehlende Dokumentation der Exzentrik (ob mesial oder distal anguliert wurde), was die nachträgliche Auswertung unmöglich macht.
  • Zu geringe Tubusauslenkung (unter 10 Grad), wodurch die scheinbare Verschiebung der Objekte zu klein zur eindeutigen Befundung bleibt.
Merksatz

Mit dem Tubus mit geht lingual mit, entgegengesetzt macht buccal den Schritt.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Intraorale Aufnahmetechniken

Zahnfilm, Bissflügel und Paralleltechnik.