ZahnLexikon
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Radiologie
geprüft
Intraorale Aufnahmetechniken

Exzentrische Einstelltechnik

Synonyme: Exzentrische Aufnahme · Clark-Regel · Parallaxentechnik

Definition

Die exzentrische Einstelltechnik ist eine Röntgentechnik, bei der der Zentralstrahl bewusst von der orthoradialen Richtung nach mesial oder distal abgewinkelt wird. Sie nutzt das Prinzip der Parallaxe zur räumlichen Zuordnung überlagerter Strukturen.

Prüfungsfokus
  • Die exzentrische Einstelltechnik nutzt die Parallaxenregel (SLOB-Regel: Same Lingual, Opposite Buccal), wonach sich palatinale/linguale Strukturen bei Röhrenverschiebung in dieselbe Richtung bewegen wie der Tubus.
  • Sie wird primär in der Endodontie eingesetzt, um buccal und lingual überlagerte Wurzelkanäle projektionsbedingt voneinander zu trennen.
  • Bei der mesio-exzentrischen Einstellung wird der Röntgenstrahler von mesial nach distal angewinkelt, bei der disto-exzentrischen Einstellung von distal nach mesial.
  • Neben der Kanaltrennung dient die Technik der bucco-lingualen Lokalisierung von retinierten Zähnen, Fremdkörpern oder Radizes.
  • Im Vergleich zur orthoradialen Projektion führt die exzentrische Einstelltechnik zu metrischen Verzerrungen, weshalb sie nicht zur präzisen Längenbestimmung alleinig dient.
Zahlen & Werte
Empfohlener Exzentrizitätswinkel gegenüber der Orthoradialen
10° bis 20°
Mindestanzahl benötigter Aufnahmen zur räumlichen Zuordnung
2
Klinische Relevanz

Sie wird angewendet, um überlagerte Wurzelkanäle (z. B. buccal und lingual an Prämolaren) getrennt darzustellen oder verlagerte Zähne bucco-lingual zu lokalisieren. Gemäß der Parallaxenregel wandert das lingual gelegene Objekt bei Röhrenverschiebung in dieselbe Richtung.

Abgrenzung
  • Rechtwinkeltechnik

    Die Rechtwinkeltechnik strebt eine streng orthoradiale Ausrichtung senkrecht zu Zahn und Bildempfänger an, während die exzentrische Technik gezielt davon abweicht.

  • Parallaxentechnik

    Parallaxentechnik beurteilt das physikalische Grundprinzip der Objektverschiebung bei verändertem Aufnahmewinkel, welches durch die exzentrische Einstelltechnik praktisch angewendet wird.

  • Digitale Volumentomographie

    Die DVT erzeugt ein überlagerungsfreies dreidimensionales Schnittbildvolumen, während die exzentrische Einstelltechnik eine zweidimensionale Summodationsaufnahme mit indirekter Tiefeninformation bleibt.

Typische Fallstricke
  • Falsche Anwendung der SLOB-Regel durch Verwechslung der Röhrenverschieberichtung mit der Strahlenrichtung, was zur Fehlinterpretation der bucco-lingualen Lage führt.
  • Fehlende orthoradiale Referenzaufnahme, ohne die eine exzentrische Aufnahme bezüglich Anatomie und Projektionswinkeln oft nicht korrekt bewertet werden kann.
  • Zu starker Exzentrizitätswinkel (über 20°), der zu massiven Verzerrungen und Überlappungen mit Nachbarstrukturen führt.
Merksatz

Wandert die Röhre nach mesial, wandert das linguale Objekt mit.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Intraorale Aufnahmetechniken

Zahnfilm, Bissflügel und Paralleltechnik.