ZahnLexikon
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Endodontie
geprüft
Wurzelkanalpräparation

Trepanation

Synonyme: Zugangskavität · Zugangspräparation

Definition

Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.

Prüfungsfokus
  • Die Trepanation dient der Eröffnung des Pulpakavums und dem Schaffen eines geradlinigen Zugangs (Straight-line access) zu den Wurzelkanälen.
  • Das vollständige Abtragen des Pulpadachs ist essenziell, um keine Kanaleingänge (z. B. MB2 im Oberkiefermolar) zu übersehen.
  • Vor der Eröffnung des Pulpenkavums muss zwingend ein Kofferdam angelegt werden, um Aspirationen und Speichelkontamination zu verhindern.
  • Die Kavitätenpräparation muss unter maximaler Schonung des zervikalen Dentins erfolgen, um die mechanische Stabilität der Zahnkrone zu sichern.
  • Das Operationsmikroskop erhöht bei der Trepanation obliterierter Pulpakavitäten die Sicherheit und verringert das Perforationsrisiko signifikant.
Zahlen & Werte
Häufigkeit eines zweiten mesiobukkalen Kanals (MB2) bei ersten Oberkiefermolaren
50–90 %
Empfohlene Mindestwandstärke des zervikalen Dentins zur Frakturprävention
1,5–2,0 mm
Klinische Relevanz

Die Präparation erfolgt idealerweise unter Sicht mit einem Operationsmikroskop, um Perforationen zu vermeiden. Nach Abtragen des Pulpadachs müssen alle Kanäle geradlinig und ohne Hindernisse sondierbar sein.

Abgrenzung
  • Pulpotomie

    Während die Trepanation den Zugang zum Kanalsystem schafft, bezeichnet die Pulpotomie das gezielte Abtragen der koronalen Pulpa zur Vitalerhaltung des radikulären Gewebes.

  • Kariesexkavation

    Die Kariesexkavation entfernt infiziertes Dentin und Schmelz, wogegen die Trepanation gezielt die Hartsubstanz zur Eröffnung der Pulpakammer durchtrennt.

  • Überkappung

    Bei der Überkappung wird eine punktuell eröffnete oder nahe Pulpa zur Vitalerhaltung abgedeckt, während die Trepanation die Einleitung einer Wurzelkanalbehandlung darstellt.

Typische Fallstricke
  • Trepanation ohne Beachtung der Achsenneigung des Zahnes, was häufig zu lateralen Stufenbildungen oder Wurzelhalsperforationen führt.
  • Belassen von Unterschnitten am Pulpadach, wodurch Gewebereste verbleiben und Instrumente frakturieren können.
  • Verwechselung des Pulpenbodens mit Resten des Pulpadachs bei verfärbtem Dentin, was zur Perforation der Furkation führt.
Merksatz

Das Pulpadach muss vollständig fallen, damit kein Kanal unentdeckt bleibt.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Wurzelkanalpräparation

Instrumente und Techniken zur Aufbereitung des Kanalsystems.