Stiftaufbau
Synonyme: Stumpfaufbau · Endodontisch behandelter Zahn · Radikulärer Aufbau · Stiftverankerung
Ein Stiftaufbau dient der Verankerung einer Stumpfaufbauplastik bei stark zerstörten, endodontisch behandelten Zähnen. Er überträgt auftretende Kaukräfte tief in die Wurzelstruktur.
- Ein Stiftaufbau dient primär der Verankerung der Aufbaumasse und verstärkt die verbleibende Zahnsubstanz nicht.
- Der Ferrule-Effekt mit einer zirkulären Dentinhöhe von mindestens 1,5 bis 2 mm ist entscheidend für das Langzeitüberleben des Zahnes.
- Nach der Stiftraumpräparation müssen apikal mindestens 4 bis 5 mm intakte Wurzelkanalfüllung als Restsiegel verbleiben.
- Glasfaserverstärkte Composite-Stifte besitzen ein dentinähnliches Elastizitätsmodul und werden bevorzugt adhäsiv befestigt.
- Gegossene Stiftaufbauten erfordern aufgrund des hohen Elastizitätsmoduls eine konventionelle Zementierung und erhöhen das Risiko vertikaler Wurzelfrakturen.
- Mindesthöhe des koronalen Dentingürtels (Ferrule-Effekt)
- 1,5-2,0 mm
- Mindestlänge des apikalen Guttapercha-Restsiegels
- 4-5 mm
- Mindeststärke der verbleibenden Wurzelkanalwandung
- 1,0 mm
Moderne Konzepte bevorzugen glasfaserverstärkte Compositestifte mit adhäsiver Befestigung, da ihr Elastizitätsmodul dem von Dentin ähnelt. Voraussetzung ist ein intakter koronaler Dentingürtel von mindestens zwei Millimetern Höhe für den Ferrule-Effekt.
- Plastischer Stumpfaufbau ohne Stift
Wird ohne Verankerung im Wurzelkanal direkt eingebracht, wenn noch ausreichend koronale Restzahnsubstanz für die Retention vorhanden ist.
- Gegossener Stiftaufbau
Ein im Dentallabor individuell aus einer Metalllegierung gegossener einstündiger Aufbau, der konventionell einzementiert wird.
- Schraubenaufbau
Obsolete Versorgung mit aktiven Gewindestiften, die hohe mechanische Spannungen im Dentin erzeugen und Vertikalfrakturen begünstigen.
- Irrtümliche Annahme, ein Wurzelstift würde den wurzelbehandelten Zahn aussteifen oder stabilisieren.
- Übermäßige Erweiterung des Wurzelkanals bei der Präparation, was die verbleibende Wandstärke schwächt und das Frakturrisiko steigert.
- Unzureichender apikaler Verschluss unter 4 mm Guttapercha, was zu Reinfektionen des periapikalen Gewebes führen kann.
Ein guter Ferrule-Effekt schenkt dem Wurzelstift die Haltbarkeit.
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- VoraussetzungFerrule-Effekt
Ein intakter Ferrule-Effekt ist notwendig, um die auftretenden Kaukräfte aufzufangen und eine Wurzelfraktur trotz Stiftverankerung zu verhindern.
- VoraussetzungWurzelkanalfüllung
Eine vollständige und reizfreie Wurzelkanalfüllung bildet die biologische und technische Grundlage für die Stiftraumpräparation.
- VerwandtGuttapercha
Beim Einkürzen des Füllmaterials für den Stiftraum muss das apikale Guttapercha-Restsiegel als bakterielle Barriere intakt bleiben.
- TherapieStumpfaufbau
Der Stiftaufbau bietet die mechanische Retention für die nachfolgende Stumpfaufbauplastik bei starkem koronalen Substanzverlust.
- FolgeKronenpräparation
Nach der Konsolidierung von Stift und Stumpfaufbau erfolgt die Präparation des Zahnes zur Aufnahme einer Überkronung.
Kronen, Brücken, Präparation und Zementierung.