ZahnLexikon
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Prothetik
geprüft
Festsitzender Zahnersatz

Adhäsivbrücke

Synonyme: Marylandbrücke · Klebebrücke

Definition

Die Adhäsivbrücke ist eine minimalinvasive festsitzende Brücke zur Schließung von Einzelzahnlücken, die mittels Säure-Ätz-Technik an den Nachbarzähnen verklebt wird. Sie kommt vor allem im Frontzahnbereich bei kariesfreien Pfeilerzähnen zum Einsatz.

Prüfungsfokus
  • Einflügelige Adhäsivbrücken aus Vollkeramik (Zirkonoxid) weisen eine höhere Überlebensrate als zweiflügelige Keramikbrücken auf, da Torsionskräfte und Teilablösungen vermieden werden.
  • Die Präparation muss streng auf den Zahnschmelz begrenzt bleiben, da der adhäsive Verbund an Schmelz signifikant dauerhafter ist als an Dentin.
  • Im Frontzahnbereich gilt die Adhäsivbrücke nach wissenschaftlichen Leitlinien als gleichwertige Therapieoption zum Dentalimplantat bei jugendlichen Patienten oder kariesfreien Nachbarzähnen.
  • Für metallkeramische Adhäsivbrücken ist hingegen eine zweiflügelige Verankerung mit mikromechanischen Formelementen wie Rillen oder Kästen der Indikationsstandard.
  • Die Konditionierung von Zirkonoxid-Klebeflächen erfordert ein schonendes Luftabstrahlen mit Al2O3 sowie die Verwendung eines MDP-haltigen Primers.
Zahlen & Werte
Präparationstiefe im Schmelz
0,3 - 0,5 mm
Abstrahldruck Zirkonoxid (Al2O3, 50 µm)
1,0 - 2,5 bar
5-Jahres-Überlebensrate einflügeliger Keramik-Adhäsivbrücken
> 90 %
Mindestfläche des Klebeflügels
30 - 40 mm²
Klinische Relevanz

Zur Verankerung wird meist ein einflügeliges Design aus Vollkeramik präferiert, um Torsionskräfte an den Klebeflächen zu vermeiden. Die Präparation beschränkt sich rein auf den Schmelzbereich ohne Dentinexposition.

Abgrenzung
  • Konventionelle Brücke

    Erfordert eine zirkuläre Kronenpräparation mit erheblichem Hartsubstanzverlust im Vergleich zur mikromorphologischen, schmelzbegrenzten Adhäsivpräparation.

  • Dentalimplantat

    Bedeutet einen chirurgischen Eingriff mit Notwendigkeit eines ausreichenden Knochenangebots, während die Adhäsivbrücke rein konservativ-prothetisch verankert wird.

  • Freiendbrücke

    Wird meist über konventionelle Vollkronen verankert und stützt sich ohne Adhäsivtechnik auf den Pfeilerzahn ab.

Typische Fallstricke
  • Zweiflügelige Ausführung bei vollkeramischen Adhäsivbrücken (führt durch physiologische Eigenbeweglichkeit der Pfeilerzähne rasch zur De-Zementierung oder Gerüstfraktur).
  • Präparation bis weit ins Dentin hinein (verringert die Haftkraft des Adhäsivsystems drastisch und erhöht das Risiko für Sekundärkaries).
  • Missachtung der okklusalen Kontakte bei tiefem eugnathem oder deckbissartigem Überbiss (führt zu Frühkontakten auf dem Flügel und Fraktur).
Merksatz

Wenig Schleifen, starkes Kleben – Lücken sanft im Schmelz beheben.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Festsitzender Zahnersatz

Kronen, Brücken, Präparation und Zementierung.