Dentalimplantat
Synonyme: Zahnimplantat · Enossales Implantat
Ein Dentalimplantat ist eine alloplastische Mepflanzung (meist aus Reintitan oder Zirkonoxidkeramik), die als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen inseriert wird. Es dient dem Verankerung von festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz durch das Prinzip der direkten strukturellen und funktionellen Verbindung zwischen Knochen und Implantatoberfläche (Osseointegration).
- Die Primärstabilität entsteht rein mechanisch beim Eindrehen, während die Sekundärstabilität durch die biologische Osseointegration aufgebaut wird.
- Zur Vermeidung von Nervschädigungen des Nervus alveolaris inferior muss ein vertikaler Sicherheitsabstand von mindestens 2 mm eingehalten werden.
- Der apikale und interdentale Mindestabstand beträgt 3 mm zwischen zwei Implantaten sowie 1,5 mm zwischen Implantat und Nachbarzahn.
- Titan bildet an der Oberfläche eine Passivierungsschicht aus Titandioxid, welche die herausragende Biokompatibilität und Osseointegration vermittelt.
- Kritische Überhitzung des Knochens ab 47 °C während der Kaskadenbohrung führt zur thermischen Osteonekrose und zum Implantatverlust.
- Sicherheitsabstand zum N. alveolaris inferior
- ≥ 2 mm
- Mindestabstand zwischen zwei Implantaten
- ≥ 3 mm
- Mindestabstand Implantat zu Nachbarzahn
- ≥ 1.5 mm
- Kritische Schwellentemperatur (Knochennekrose)
- 47 °C (bei 1 Min. Einwirkung)
- Standard-Einheilzeit Unterkiefer / Oberkiefer
- 2-3 Monate (UK) / 4-6 Monate (OK)
Die Behandlungsplanung basiert auf dreidimensionaler Röntgendiagnostik (DVT) zur Beurteilung des Knochenangebots und der Anatomie. Nach präziser Bohlenschablone oder freihändiger Kaskadenbohrung wird das Implantat primärstabil eingebracht. Nach der Einheilphase (osseointegration) erfolgt die Freilegung und prothetische Versorgung mittels Krone, Brücke oder herausnehmbarem Zahnersatz.
- Zahntransplantation
Ein autolog transplantiertes Zahnelement regeneriert im Idealfall ein funktionales Parodontalligament, während ein Implantat ankylotisch (Osseointegration) einheilt.
- Adhäsivbrücke
Eine Adhäsivbrücke wird rein verklebend an Nachbarzähnen verankert, wogegen ein Dentalimplantat als chirurgisch eingebrachte künstliche Wurzel fungiert.
- Verwechslung von Primär- und Sekundärstabilität: Hohe Eindrehmomente ersetzen nicht das biologische Ausheilen und können durch Kompression Knochennekrosen auslösen.
- Verlass auf zweidimensionale Röntgenbilder (OPG) ohne Beachtung von Vergrößerungsfaktoren oder Bukko-lingualer Knochenbreite.
- Ignorieren der periimplantären Weichgewebsarchitektur: Fehlende attached/keratinisierte Gingiva begünstigt langfristig eine Periimplantitis.
Titan im Knochen fest verankert, prothetisch perfekt flankiert.
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- DiagnostikDigitale Volumentomographie
Das DVT ermöglicht die dreidimensionale Beurteilung des reellen Knochenangebots sowie die navigierte Implantation unter Vermeidung von Risikostrukturen.
- VoraussetzungOsseointegration
Die direkte Lichtmikroskopische Verbindung zwischen Knochengewebe und Implantatoberfläche ist die funktionelle Grundvoraussetzung für die Belastbarkeit.
- FolgePeriimplantitis
Eine Plaque-induzierte Entzündung mit progredientem Abbau des periimplantären Stützgewebes stellt die wesentliche Spätkomplikation dar.
- VoraussetzungGuided Bone Regeneration
Bei unzureichendem primären Knochenangebot sichert die GBR mit Membranen und Ersatzmaterialien das vollständige knöcherne Umbauen des Implantats.
- VerwandtAbutment
Das Abutment dient als verankertes Verbindungsglied zwischen dem enossalen Implantatkörper und der suprakonstruktiven Krone oder Prothese.
Implantation, Augmentation und Knochenmanagement.