ZahnLexikon
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Oralchirurgie
geprüft
Zysten und Tumoren

Ameloblastom

Synonyme: Adamantinom

Definition

Das Ameloblastom ist ein gutartiger, jedoch lokal aggressiv und destruktiv wachsender odontogener Tumor, der vom Schmelzorgan ausgeht. Er tritt am häufigsten im mandibulären Molaren- und Astbereich auf und verläuft lange Zeit symptomlos. Histologisch lassen sich verschiedene Muster wie das follikuläre oder plexiforme Ameloblastom unterscheiden.

Prüfungsfokus
  • Das Ameloblastom ist der häufigste gutartige, jedoch lokal-invasiv und destruktiv wachsend odontogene Tumor.
  • Die Hauptlokalisation liegt zu etwa 80 Prozent im Bereich des molaren Unterkiefers und des aufsteigenden Unterkieferasts.
  • Therapie der Wahl ist die kontinuitätserhaltende oder kontinuitätsdurchrennende Resektion im Gesunden mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 1,0 bis 1,5 cm.
  • Radiologisch zeigt sich klassischerweise eine mehrkammerige, seifenblasen- oder honigwabenartige Radioluzenz.
  • Histopathologisch werden am häufigsten das follikuläre und das plexiforme Muster unterschieden.
Zahlen & Werte
Anteil der Lokalisation im Unterkiefer
ca. 80 %
Sicherheitsabstand bei chirurgischer Resektion
1,0–1,5 cm
Rezidivrate nach bloßer Enukleation
50–90 %
Häufigster Altersgipfel bei Erstdiagnose
30.–50. Lebensjahr
Klinische Relevanz

Aufgrund der hohen lokal-invasiven Recidivrate ist eine vollständige chirurgische Resektion im Gesunden mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 1 bis 1,5 cm die Therapie der Wahl. Eine einfache Enukleation führt häufig zu Rezidiven. Radiologisch zeigt sich klassischerweise eine seifenblasen- bzw. honigwabenartige Aufhellung.

Abgrenzung
  • Radikuläre Zyste

    Die radikuläre Zyste geht von einer apikalen Parodontitis eines devitalen Zahnes aus, während das Ameloblastom eine echte Neoplasie ist.

  • Keratozystischer odontogener Tumor (OKC)

    Die OKC wächst primär intramedullär entlang des Kiefers ohne frühe Kortexexpansion, wohingegen das Ameloblastom früh zu einer Auftreibung des Kiefers führt.

  • Odontom

    Das Odontom ist ein artikulierter Fehlbildungstumor (Hamartom) mit Zahnhartsubstanzen, während das Ameloblastom eine rein epitheliale Gewebeneoplasie darstellt.

Typische Fallstricke
  • Einfache Enukleation oder Ausschälung führt aufgrund von Tumorinseln im scheinbar gesunden Knochen zu extrem hohen Rezidivraten von bis zu 90 Prozent.
  • Verwechslung mit einer harmlosen odontogenen Zyste wegen des jahrelang schmerzlosen, langsamen Expansionswachstums.
Merksatz

Ameloblastom: Gutartig im Gewebe, aber aggressiv im Kiefer.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Zysten und Tumoren

Odontogene Zysten, benigne und maligne Läsionen.