Zystektomie
Synonyme: Partsch II · Enukleation
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
- Die Zystektomie nach Partsch I beschreibt die vollständige Enukleation des Zystenbalgs in einem Stück.
- Durch den primären Wundverschluss heilt die Zystenhöhle über die Organisation eines Blutkoagulums zentripetal knöchern aus.
- Hauptvorteil der Zystektomie ist die vollständige histopathologische Untersuchung des Gesamtexzisionats zum Ausschluss von Malignomen oder Odontogenen Keratozysten.
- Beteiligte devitale Zähne im Zystenbereich erfordern zeitgleich oder im Vorfeld eine adäquate endodontische Behandlung oder Wurzelspitzenresektion.
- Bei sehr großen Zysten mit Frakturgefahr des Kiefers oder drohender Nervschädigung ist die primäre Zystektomie gegenüber der Zystostomie relativ kontraindiziert.
- Bevorzugte Indikationsgröße (Durchmesser)
- < 2–3 cm
- Dauer der Knochenregeneration
- 6–12 Monate
Die Zystektomie ist die chirurgische Methode der Wahl bei kleineren bis mittelgroßen Zysten (z. B. radikulären oder follikulären Zysten), da sie die vollständige histologische Aufarbeitung ermöglicht. Nach der Enukleation füllt sich die Höhle mit einem Blutkoagulum, das primär knöchern durchbaut wird; bei sehr großen Defekten kann eine Defektauffüllung indiziert sein. Wichtige Nachbarstrukturen (Zahnwurzeln, Nerven) müssen während der Ausschälung geschont werden.
- Zystostomie
Chirurgisches Partsch-II-Verfahren zur Fensterung der Zyste zwecks Druckentlastung und schrittweiser Schrumpfung unter Belassung des Zystenbalgs.
- Ameloblastom
Lokal aggressiver odontogener Tumor, der im Röntgenbild zystenähnlich imponiert, aber einer Resektion mit Sicherheitsabstand bedarf.
- Gefahr von Iatrogenen Nervschädigungen oder Kieferfrakturen durch die vorschnelle Enukleation übergroßer Zysten anstelle einer primären Zystostomie.
- Erhöhtes Rezidivrisiko durch unvollständiges Entfernen von Gewebsresten des Zystenbalgs, insbesondere bei Keratozysten.
- Unterlassen der histopathologischen Aufarbeitung des Exzisionspräparats, wodurch maligne Transformationen übersehen werden können.
Zystektomie schält den Balg ganz heraus.
Medien werden gesucht …
- AbgrenzungZystostomie
Stellt das alternative chirurgische Verfahren zur zweizeitigen Verkleinerung großvolumiger Zysten dar.
- TherapieWurzelspitzenresektion
Wird häufig simultan zur Zystektomie durchgeführt, wenn die Wurzelspitze eines devitalen Zylinders in den Zystenhohlraum ragt.
- DiagnostikOrthopantomogramm
Dient als röntgenologische Übersicht zur Beurteilung der Ausdehnung und Lagebeziehung der Zyste.
- TherapieKnochenersatzmaterial
Kann nach vollständiger Enukleation bei ausgedehnten Defekten zur Defektauffüllung eingesetzt werden.
- VerwandtNervus alveolaris inferior
Verläuft im Unterkiefer oft nah am Zystenbalg und muss bei der chirurgischen Schälung geschont werden.
Odontogene Zysten, benigne und maligne Läsionen.